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Wald weltweit


Waldfläche und Waldverluste
Rund 31 Prozent der weltweiten Landoberfläche sind mit Wäldern bedeckt – das entspricht einer Fläche von 4 Milliarden Hektar, vom Meeresniveau bis etwa 3800 Meter Höhe. Wo das Klima zu trocken, zu kalt oder zu rau ist, werden die Wälder durch Grasland, Moore, Tundren und Trockengebüsche ersetzt. Neben einer ausreichenden Wasserversorgung und Windschutz benötigen Wälder eine genügend lange Vegetationsperiode mit Jahresdurchschnittstemperaturen nicht unter 10 Grad Celsius.

Allerdings ist der Waldbestand sehr unterschiedlich verteilt. Im Jahr 2010 entfielen auf die fünf Staaten mit dem größten Waldbestand 53 Prozent des weltweiten Waldbestandes. Allein Russland hatte mit einer Waldfläche von 809 Millionen Hektar einen Anteil von einem Fünftel (20,1 Prozent). Es folgten Brasilien (520 Mio. ha), Kanada (310 Mio. ha), die USA (304 Mio. ha), China (207 Mio. ha), die Demokratische Republik Kongo (154 Mio. ha), Australien (149 Mio. ha), Indonesien (94 Mio. ha), Sudan (70 Mio. ha) und Indien (68 Mio. ha).
Die weltweiten Waldverluste schreiten seit Jahrzehnten voran. Allerdings hat sich das Tempo leicht verringert:
Die Bruttoverluste betrugen in den Jahren 1990 bis 2000 insgesamt 160 Millionen Hektar. In den Jahren 2000 bis heute sind 130 Millionen Hektar Waldfläche abgeholzt worden.
Die Nettoverluste (hier werden die neuangepflanzten Wälder gegengerechnet) betrugen zwischen 1990 und 2000 im Durchschnitt 83 Millionen, in den Jahren 2000 bis 2010 52 Millionen Hektar. Da die neu angepflanzten Wälder nicht im Ansatz die Qualität der gerodeten Bäume ersetzen können, sind die Zahlen zu den Bruttoverlusten aussagekräftiger.
Hauptursache für die Waldverluste ist die Umwandlung von Wald- in Ackerfläche. Auf der anderen Seite stehen Waldzuwächse durch Aufforstung, Wiederaufforstung und durch die natürliche Ausbreitung des Waldes. In den Jahren 2000 bis 2010 nahm die Waldfläche in Ostasien um durchschnittlich 2,78 Millionen Hektar pro Jahr zu. Das war mehr als in jeder anderen Region. Auch in Europa (ohne Russland) hat sich im selben Zeitraum der Waldbestand erhöht – und zwar um jährlich 694.000 Hektar. In den Jahren 1990 bis 2000 lag der entsprechende Wert noch bei 3,40 Millionen Hektar pro Jahr. Bezogen auf den Zeitraum 2000 bis 2010 hatten China (plus 2,99 Mio. ha), die USA (plus 0,38 Mio. ha), Indien (plus 0,30 Mio. ha) und Vietnam (plus 0,21 Mio. ha) die größten Anteile am Waldzuwachs.

Ein großer Teil der weltweiten Waldzuwächse beruht auf der Zunahme von Waldplantagen. Die Fläche der Waldplantagen nahm im Zeitraum von 1990 bis 2010 um jährlich 4,29 Millionen Hektar zu. In China (plus 1,93 Mio. ha), den USA (plus 0,81 Mio. ha), Kanada (plus 0,39 Mio. ha) und Indien (plus 0,25 Mio. ha) war das durchschnittliche jährliche Wachstum dabei am höchsten.

Demgegenüber hatten Südamerika (minus 4,00 Mio. ha), Ost- und Südafrika (minus 1,84 Mio. ha), West- und Zentralafrika (minus 1,54 Mio. ha), Ozeanien (minus 0,70 Mio. ha) sowie Süd- und Süd-Ostasien (minus 0,68 Mio. ha) zwischen 2000 und 2010 die größten Waldverluste pro Jahr.

Allein die 10 Staaten, die in den Jahren 2000 bis 2010 die höchsten Waldverluste hatten, verloren jährlich 6,04 Millionen Hektar Wald. An der Spitze standen dabei Brasilien (minus 2,64 Mio. ha), Australien (minus 0,56 Mio. ha) und Indonesien (minus 0,50 Mio. ha).

Der Waldverlust von jährlich 2,64 Millionen Hektar in Brasilien entspricht einem durchschnittlichen Verlust von 5,0 ha pro Minute. Fünf Hektar entsprechen wiederum einer Fläche von rund sieben Fußballfeldern.

Etwa 36 Prozent des weltweiten Waldbestandes sind Urwälder, rund 57 Prozent sind natürliche Wälder, die deutlich durch menschliches Handeln beeinflusst sind, 6,5 Prozent sind Waldplantagen.

Da Urwälder als Ökosysteme einzigartig sind, eine besondere Bedeutung für die Biodiversität haben und für viele natürliche Kreisläufe unverzichtbar sind, ist ihre Zerstörung ein besonderes Problem. Umso dramatischer ist es, dass im Zeitraum 2000 bis 2010 jährlich mehr als vier Millionen Hektar Urwald zerstört oder verändert worden sind.

Die veränderte Nutzung hat unter anderem beträchtliche Treibhausgasemissionen zur Folge. Denn in den Böden und Wäldern sind große Mengen Kohlenstoff gespeichert, die bei der Abholzung als Kohlendioxid in die Atmosphäre abgegeben werden. Zudem fallen die alten Baumbestände, die für die Akkumulation von Kohlenstoff besonders wichtig sind, auch für die Zukunft aus.


Verteilung der Wälder:
Grob lassen sich drei große Waldökotypen voneinander unterscheiden. Die Übergänge zwischen diesen Hauptwaldtypen sind fließend, so dass eine genaue Abgrenzung kaum möglich ist. Jeder dieser Waldtypen umfasst eine Reihe verschiedener Waldformationen.

Ganz im Norden der Erdhalbkugel erstreckt sich von Skandinavien über die sibirische Taiga und Alaska bis in weite Teile Kanadas hinein das breite Band des umfangreichsten geschlossenen Waldgebietes der Erde: des borealen Nadelwaldes. Hier folgen auf lange kalte und schneereiche Winter kurze und teilweise recht warme Sommer. Wenige Nadelbaumarten herrschen vor, überwiegend Fichten-, Kiefern-, Lärchen- und Tannenarten. Laubbäume wie Birke oder Pappel finden allenfalls als Erstbesiedler („Pionierbaumarten“) auf Kahlflächen Lebensraum. Die Fläche der borealen Wälder beträgt 1,4 Milliarden Hektar.

In unseren Breiten, also den Wäldern der gemäßigten Zonen, wachsen außer Nadelwäldern und Mischbeständen auch ausgedehnte reine Laubwälder mit den Hauptbaumarten Buche, Eiche, Ahorn, und Esche. Je kürzer die Vegetationszeiten im Wald sind, umso mehr nimmt die Konkurrenzkraft der Nadelbäume gegenüber den Laubbäumen zu. In den Laubwäldern unserer Klimazone finden wir daher mit steigender Höhenlage immer mehr Nadelbäume beigemischt. Der Bergmischwald aus Buche, Tanne und Fichte gilt hierzulande als die wuchskräftigste Waldformation. Mit steigender Höhe beherrscht die Fichte dann den Waldaufbau, zum Beispiel im Alpenraum, im Bayerischen Wald und im Harz. In den Alpen und den Sudeten tritt als Besonderheit noch die Lärche hinzu. Die Wälder der gemäßigten Breiten bedecken 0,7 Milliarden Hektar Landfläche.

In einem Bereich von etwa 10 Grad nördlich und südlich des Äquators wächst der tropische Regenwald. Heute gibt es noch ca. 1,8 Milliarden Hektar Tropenwald, leider mit absteigender Tendenz. Auffälligstes Merkmal ist seine fast unglaubliche Artenvielfalt. Auf einem Hektar (100 m x 100 m) findet man selten weniger als 40 häufig jedoch über 100 Baumarten vereint. Dazu kommen dann noch die unzähligen sonstigen Pflanzenarten und eine reiche Tierwelt.

Trotz der großen Vielfalt reagiert der tropische Regenwald sensibel auf Einwirkungen von außen. Dies liegt vor allem daran, dass er seine Nährstoffe zum überwiegenden Teil der Biomasse und nicht dem Mineralboden entnimmt. Denn diese Wälder wachsen auf Böden die vollständig verwittert und nährstoffarm sind.

Ein solcher kurzgeschlossener Kreislauf aus Wachstum und Verrottung ist besonders empfindlich gegenüber Störungen, wie sie in weiten Bereichen der Tropen, zum Beispiel durch Brandrodung zur Gewinnung von Ackerland, an der Tagesordnung sind. Es folgen in der Regel irreversible Bodenschäden, die eine Wiederbewaldung ausgesprochen schwierig machen. Regenwaldähnliche Ökosysteme wiederherzustellen ist daher im Gegensatz zu unseren mitteleuropäischen Ökosystemen nahezu unmöglich.

Quellen: FAO, bpb, www.wald-online.de, www.treffpunktwald.de