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Waldbrand

Waldbrände entstehen unter natürlichen Bedingungen durch Blitzschlag, vulkanische Aktivitäten und Selbstentzündung. In Deutschland spielt als natürliche Entstehung die Selbstentzündung und Blitzeinschlag eine Rolle.
Weitere Ursachen für Waldbrand in Deutschland sind vor allem Fahrlässigkeit durch Waldbesucher und der Forstwirtschaft, Brandstiftung und Militärübungen.


[Besonders Kiefernwälder sind durch Waldbrände bedroht]


Bereits ein Funke oder eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe können bei längerer Trockenheit Brände in Wald und Landschaft auslösen. Trockene Nadelstreu, langes und trockenes Gras sowie Äste beschleunigen die Ausbreitung von Bränden. Auch Bäume und Wiesenflächen in den Städten können Opfer der Flammen werden, wenn der Mensch unachtsam ist.
Im Durchschnitt entstehen in Deutschland zwei Drittel der Brände durch menschliches Fehlverhalten. An welche Regeln zum Waldbrandschutz sich alle Waldbesucher halten müssen, können Sie unter WALDWISSEN nachlesen.

Die aktuelle Gefahrensituation finden Sie im Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes.

Waldbrände werden in verschiedene Arten unterteilt, die auch unterschiedliche ökologische Auswirkungen haben:
• Unter einem Erdfeuer versteht man Schwelbrände im Boden, die vor allem bei angehäufter organischer Auflage z.B. Torf entstehen. Da sie unterirdische Organe (Wurzeln) der Bäume und Samen zerstören, sind sie in ihren Auswirkungen am schlimmsten.
• Beim Boden- oder Lauffeuer verbrennen Streu und oberirdische Teile von Pflanzen. Ob auch Bäume betroffen sind, hängt von deren Rindenstärke ab. Durch das Verbrennen der Streu wird der Prozess der Mineralisierung beschleunigt. Die mineralisierten Nährstoffe unterliegen in stärkerem Maße der Auswaschung, da Pflanzenwurzeln zur Bindung der Nährstoffe zerstört sind.
• Kronenfeuer entstehen, wenn für Bodenfeuer genügend Material vorhanden ist, so dass diese in den Kronenbereich hochschlagen können.
• Ein Vollfeuer ist eine Kombination aus Boden- und Kronenfeuer und hat in der Regel den Tod der betroffenen Bestände zur Folge.
Ökologische Besonderheiten:
In den USA gibt es einige Kiefernarten, die zum dauerhaften Überleben auf Feuer angewiesen sind. So öffnen sich die Zapfen dieser Kiefernarten erst dann, wenn sie einer hohen Temperatur ausgesetzt wurden. Dieses Phänomen lässt sich über die Lichtbedürftigkeit der Kiefer erklären. Die Lichtverhältnisse in einem dichten Wald sind zum Gedeihen der Jungpflanzen nicht ausreichend. Nach einem Waldbrand bieten die Lichtverhältnisse den jungen Kiefernkeimlingen beste Aufwuchsbedingungen.
Brände entstehen vor allem in längeren, warmen Trockenperioden, bei trockenen Winden und häufig bei Auflösung von Hochdruckwetterlagen. Die meisten Brände entstehen im Frühjahr durch die vorhandene trockene Bodenvegetation und natürlich im Sommer während und nach einer Trockenperiode.
Am stärksten gefährdet sind dichtstehende Nadelholzreinbestände, bis zum Alter von 40 Jahren, vor allem Kiefern, am wenigsten gefährdet Altholz-Mischbestände. Laubholz-Unterstand unter Nadelholzbeständen wirkt sich positiv auf das Bestandesinnenklima aus und vermindert daher die Entzündungsgefahr. Waldbauliche Maßnahmen, zum Beispiel das Pflanzen von Mischbeständen, reduzieren die Brandgefahr.
Die Anlage von Feuerschutzstreifen zur Unterbrechung großer Kiefernbestände; entweder min. 10 m breite Krautstreifen (Wildwiesen) oder ca. 50 m breite Laubholzstreifen verhindern das großflächige Ausbreiten der Waldbrände.
In Europa haben weniger als 5 % der Waldbrände eine natürliche Ursachen, meist Blitzschlag. In einer Naturlandschaft Mitteleuropas würden sie nur kleinflächig auftreten und eine untergeordnete Rolle spielen. Größere Waldbrände wären ohne den Menschen eine extrem seltene Erscheinung. Erst menschliche Landschaftseingriffe und auslösende Ursachen machen einen Waldbrand zur Katastrophe, in heutiger Zeit verstärkt in ökologischer Hinsicht, weil der Mensch nur noch wenig Wald belassen hat.
In trocken-warmen Klimaten kommt Waldbränden aus natürlichen Gründen eine größere Rolle zu, auch wenn sie hier ebenfalls zum allergrößten Teil durch den Menschen erzeugt werden. Die trockene Kraut- und Strauchschicht brennt schnell ab, ohne Altbäume vollständig zu zerstören, und hinterlässt unbewachsenen und durch die Asche gleichzeitig mineralstoffreichen Boden, in dem neue Bäume keimen können. Mammutbäume lassen ihre Samen erst nach einem Waldbrand fallen, wenn genug Platz für Jungbäume entstanden ist, und sind damit ein Beispiel für die Anpassung an solche Katastrophen und deren Bedeutung in der natürlichen Verjüngung des Waldes. Eukalyptus fördert Waldbrände durch seine hohe Brennbarkeit und profitiert von ihnen, indem die Stümpfe besonders schnell wieder austreiben, noch bevor andere Pflanzen sich erholt haben.
       
Ein wichtiger Aspekt ist die rechtzeitige Erkennung von Waldbränden, da der zum Löschen nötige Aufwand mit der Zeit exponentiell wächst. Deshalb werden Patrouillen oder in Türmen stationierte Brandwächter eingesetzt. In Deutschland wird seit 2002 zur frühzeitigen Erkennung von Waldbränden ein automatisiertes System zur Raucherkennung eingesetzt. Dabei wird mittels eines optischen Sensors und einer automatischen Software zur Raucherkennung ein Brand bereits im Entstehungsstadium (Schwelbrand) erkannt. Das gewählte Prinzip gestattet die Erkennung von Rauchwolken bis zu einer Entfernung von 15 km innerhalb von durchschnittlich vier Minuten. Durch die Übertragung von Bildfolgen und Koordinaten in die Waldbrandzentralen ist eine effektive Einsatzleitung möglich. Mit 174 optischen Sensoren des Systems Firewatch werden in den Bundesländern Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen die gefährdeten Waldgebiete flächendeckend in den Sommermonaten überwacht. Auch wird die Bevölkerung aufgefordert, gesichtete Waldbrände sofort der Feuerwehr zu melden. Auch von Piloten der Verkehrsflugzeuge werden immer wieder Waldbrände gemeldet.