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   Presseinformationen     Nr. 07- 05

Vorsicht vor Zecken!
Zecken übertragen bis zu zehn Krankheiten
Vorsichtsmaßnahmen sind notwendig: Tipps zum Schutz

07.04.2005

Erkrankungsrisiko steigt. Die Gefahr nach einem Zeckenstich zu erkranken, wird in Deutschland immer größer. Inzwischen ist bundesweit jede fünfte Zecke mit Borreliose infiziert, während Zecken mit dem FSME-Erreger gehäuft nur in sogenannten Risikogebieten vorkommen. Zu diesen zählen 83 Landkreise v.a. in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen. In den letzten Jahren treten weitere Erkrankungen auf, wie z.B. die Ehrlichiose, die Ricksettsiose oder die Babesiose.
FSME Ein Schutz gegen die beiden größten Gefahren ist in verschiedener Weise möglich:
Gegen die Frühsommer-Hirnhautentzündung rät das Robert-Koch-Institut in den FSME-Risikogebieten auf jeden Fall zu einer Impfung. Dies gilt sowohl für alle, die beruflich, in ihrer Freizeit als auch im Urlaub in den gefährdeten Gebieten unterwegs sind. In diesen Fällen werden in der Regel die Impfungen von der Krankenkasse übernommen.
Wer sich schützen will, sollte jetzt mit der Grundimmunisierung beginnen. Die ersten beiden Impfungen erfolgen im Abstand von 1 bis 3 Monaten, die dritte nach 9 bis 12 Monaten. Weitere Informationen gibt es bei Ärzten und in Apotheken.
Borreliose Gegen die ebenfalls von Zecken übertragene Borreliose, eine bakteriell bedingte Infektionskrankheit, wird es nach Angaben des Robert-Koch-Institutes in absehbarer Zeit für Menschen (für Hunde gibt es bereits eine !) keine Impfung geben.
Die Zecken-Borreliose, die sogenannte Lyme-Krankheit, ist ein bundesweites Problem. Bei dieser Entzündung treten im ersten Stadium ringförmige Hautrötungen um den Zeckenstich, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und erhöhte Müdigkeit auf. Da eine Diagnose für Laien aufgrund der Ähnlichkeit zum grippalen Infekt nicht eindeutig möglich ist, sollte bei Verdacht unbedingt ein Arzt konsultiert werden. Je frühzeitiger diese Infektion entdeckt wird, umso besser kann sie mit Antibiotika bekämpft werden.
Bevorzugte Bedingungen Die Zecken lieben Temperaturen zwischen 14 und 23 Grad Celsius und Luftfeuchtigkeit um die 90 Prozent. Bevorzugte Lebensräume sind daher feuchte Jungwälder, Gebiete um Seen und Flüsse, Waldlichtungen und Waldränder. Dort haften sie an Gräsern, Farnen oder Unterseiten von Pflanzenblättern.
Die meisten Zecken treten zwischen April und Juli und vom August bis September auf.
Damit Sie gesund durch den Sommer kommen, haben wir Ihnen 8 Tipps zum richtigen Verhalten im Wald zusammengestellt.
7 Tipps zum richtigen Verhalten in der Natur
  1. Um die Gefahr eines Zeckenstiches zu minimieren, rät die SDW allen Waldbesuchern, insbesondere in den gefährdeten Monaten nicht durch Gebüsch und Unterholz zu streifen, sondern lichte und vegetationsarme Waldwege zu nutzen.
  2. An Heuhaufen, dichtem Unterholz, Futterstellen und überall dort, wo sich viele Wirtstiere (Mäuse, Igel und Wild) aufhalten können, sollte man nicht rasten.
  3. Die Haut sollte größtenteils bedeckt sein. Feste Schuhe (keine Sandalen), lange Hosen und Hemden mit langen Ärmeln machen es den Zecken schwer. Auf heller Kleidung erkennt man Zecken schneller.
  4. Neben käuflichen Zeckenschutzmitteln (Testsieger: Autan active Lotion), gibt es auch Naturstoffe wie z.B. Lavendel- und Nelkenöl, die das Risiko eines Zeckenbefalls vermindern sollen. Lavendelöl sollte dafür auf Schuhe und Strümpfe geträufelt werden.
  5. Da diese Maßnahmen keinen perfekten Schutz bieten, sollte man während der Zeckensaison nach einer Wanderung möglichst schnell die Kleidung und den ganzen Körper nach den Blutsaugern absuchen und Kleidungsstücke, vor allem Strümpfe, wechseln. Zecken krabbeln auf der Kleidung und suchen nach freier Haut. Aber Vorsicht, junge Zecken, die sogenannten Nymphen, sind sehr klein (0,5 mm) und zwischen den Haaren nur schwer zu erkennen.
  6. Die Krankheitserreger werden vor allem mit dem Speichel des Blutsaugers übertragen. Je schneller man die Zecke vom Körper entfernt, desto geringer ist die Gefahr einer Infektion. Es dauert mindestens ein bis zwei Stunden, oft auch bis zu zwölf Stunden bis der Saugakt und damit die Krankheitsübertragung beginnt.
  7. Nie die Zecke mit Öl, Klebstoff oder Creme vor dem Entfernen ersticken, sondern die Zecke mit im Handel befindlichen Hilfsmitteln, wie dem Tick2-Zeckenentferner oder der Zeckenzange, einer spitzen Pinzette oder den Fingernägeln entfernen. Man packt die Zecke dabei an ihren Saugrüssel unmittelbar an der Hautoberfläche und hebelt sie vorsichtig heraus. Ein Quetschen der Zecke muss unbedingt vermieden werden, da sonst das Infektionsrisiko erhöht wird. Die Stichstelle sollte danach gewaschen und mit Alkohol desinfiziert werden
Infoblatt Eine interessante Zusammenfassung über mögliche Gefahren im Wald bietet das Informationsblatt "Augen auf im Wald! Gefahr erkannt - Gefahr gebannt". Es kann zum Preis von 0,25 € pro Stück zuzüglich Porto bei der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, LV Bayern, Tel.: 089 - 284 394 bestellt werden. Das Infoblatt ist speziell für Kinder geeignet.
SDW Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) ist eine der ältesten deutschen Umweltschutzorganisationen. Am 5. Dezember 1947 wurde die SDW in Bad Honnef bei Bonn gegründet. Heute sind in den 15 Landesverbänden rund 25.000 aktive Mitglieder organisiert. Ziel des Verbandes ist es, den Wald als unverzichtbaren Bestandteil der Umwelt für den Menschen zu erhalten. Die Verbands- und Fachzeitschrift "Unser Wald" erscheint alle zwei Monate in einer Auflage von 10.000 Stück.

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