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Ökologie

Die Eberesche wird auch als Alleebaum verwendet
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Die glatte Rinde ist silber- bis gelblich- grau, unterbrochen von Korkporen
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Die gefiederten Blätter entfalten sich kurz nach dem Austrieb
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In Ihrer Vielseitigkeit sucht die Vogelbeere ihresgleichen. Lichte Laub- und Nadelwälder, Freiflächen, lückige Waldbestände, Wald- und Wegränder besiedelt sie ebenso wie Erlenbruch- und Hochmoorgesellschaften. Sie gilt als Kiefern-, Fichten- und Birkenbegleiter. An den Boden stellt die Vogelbeere keine besonderen Ansprüche.
Sie zeichnet sich besonders durch ihre Frosthärte und Winderträgnis aus. Auch Spätfroste können ihr nichts anhaben. Ihre weit reichenden Wurzeln können größere Tiefen durchdringen und die reichliche Vermehrung durch Wurzelbrut macht sie daher als Bodenschutzgehölz besonders geeignet.
Die abgeworfenen Blätter zersetzen sich schnell und beeinflussen damit positiv die Humusbildung. Die dadurch bedingte bessere Nährstoffversorgung macht die Bäume widerstandsfähiger gegen negative Umwelteinflüsse.
Wuchs und Aussehen
Im Durchschnitt erreichen Ebereschen etwa 17 bis 19 m. Im Sauerland und im Thüringer Wald sind sogar Höhen von 25 bis 27 m bekannt. Stammstärken wurden bis über 50 cm in Brusthöhe gemessen. Stockausschläge dagegen wachsen als vielstämmiger, wesentlich kleinerer Strauch.
Der meist schlanke, walzige Stamm trägt eine lockere, lichtdurchlässige Krone. Das glatte Rindenbild ist silber- bis gelblichgrau, unterbrochen von Korkporen, aber im Alter weicht es am Stammfuß einer schwarzgrauen, kräftigen Borke.
Die Zweige des Vogelbeerbaumes sind anfangs filzig, kahl und aschgrau gefärbt. Die Zweigspitze trägt eine Endknospe, die oft gekrümmt ist.
Das Laub der Vogelbeere ist verantwortlich für den synonym gebrauchten Namen Eberesche (Eber = Aber = "falsch " wie in Aberglaube entsprechend falsche Esche). Die wechselständigen, unpaarigen Blätter sind eschenähnlich. Im Herbst ändert sich die Farbe über ein Gelb zu einem tiefen Rot. Die einzelnen 7 bis 8 cm langen Fiederblätter (13 bis 17 Stück) besitzen einen gesägten Rand und sitzen mit einem kurzen Stiel an einer etwa 20 bis 25 cm langen Blattrippe.
Die gelblich weißen Blüten der Vogelbeere sind in einer reichblütigen Rispe vereint und bilden eine aufrecht stehende große, abgewölbte Trugdolde. Der ganze Blütenstand riecht unangenehm. Er lockt damit eine Vielzahl von Insekten, vor allem Bienen und Fliegen, zur Bestäubung an.
Ist der Blütenschmuck des Vogelbeerbaumes schon eindrucksvoll, sind es die scharlachroten, hängenden Fruchtstände noch mehr. Etwa einen Zentimeter groß sind die kugeligen Beeren (eigentlich beerenförmige Kernäpfel), in denen sich meist drei spitze Samen befinden. Erst mit der Reife nehmen die zuerst grünlichen, später gelblichen "Beeren" ihre rote Farbe an. Die Vogelbeeren bleiben im Winter am Baum oder besser gesagt: Sie würden im Winter am Baum bleiben, wenn der Appetit der Vögel nicht wäre!
Die Angaben zum Lebensalter der Vogelbeere schwanken von: "Selten über 80" bis "150 Jahre". Mit durchschnittlich 20 Jahren werden Vogelbeeren vermehrungsfähig.
Waldbauliche Eigenschaften

Die Eberesche lässt sich unkompliziert als Pionierbaumart einsetzen
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Die forstliche Wertung der Vogelbeere hat sich gewandelt. Aber selbst Burckhardt (1854) hielt in seinem von praktischer Erfahrung und wissenschaftlicher Kenntnis geprägten Lehrbuch die Vogelbeere für erwähnenswert, obwohl ihr "eine forstwirtschaftliche Bedeutung kaum zugesprochen werden kann".
Die Fähigkeit, auf Kahlflächen als Vorwald oder Pionierbaumart Grundlage für eine Wiederbewaldung zu sein, wurde positiv als beste Eigenschaft von Waldbesitzern und Forstleuten gewertet. Die Wiederbewaldung der durch Schadstoffe beispielsweise im Erzgebirge entstandenen Kahlflächen seit etwa 1850 oder die Ausnutzung natürlicher Verjüngung der Vogelbeere nach den verheerenden Orkanschäden 1990 führte zu vielen umfangreichen wissenschaftlichen Untersuchungen und zur Anlage von Dauerversuchs- und Beobachtungsflächen.
Auch die Eigenschaft der Vogelbeere, durch intensive Wurzeltätigkeit den Boden festzuhalten und durch Laubabfall den Humus anzureichern sowie die gute Streuzersetzung, werden heute besonders gewertet. Besonders positiv stehen Waldbesitzer beigemischten Vogelbeeren und ihrer Erhaltung in rohhumusreichen Fichtenbeständen gegenüber. Das leichte Verpflanzen von Wildlingen, Stockausschlägen und Wurzelschösslingen dagegen wurde schon vor 150 Jahren erkannt und gewürdigt.
Bei der biologischen Wildbach- und Lawinenverbauung ist die Vogelbeere besonders anerkannt. Entscheidend dabei ist ihre große Ausschlagfähigkeit.
Tiere und Vogelbeerbäume

Die rötlichen Früchte und Blätter sorgen dafür, dass man die Eberesche im Herbst gut erkennt
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Die Eberesche liefert ein sehr attraktives Holz, das z.B. im Möbelbau Verwendung findet
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Blätter, Knospen, Früchte, Rinde und die Naturverjüngung werden von vielen Tieren als Nahrung aufgenommen. Dabei reicht die Spannweite von Käfern und Kleinschmetterlingen über Vögel, Nager bis zu Reh- und Rotwild.
Am auffälligsten zeigen sich Fegeschäden von Rehwild und Verbiss durch Rotwild. Auffälliger Blattfraß im Frühjahr wird häufig durch den Weißdornblattkäfer verursacht. Ältere Vogelbeerbäume werden oft vom Hallimasch oder vom Sparrigen Schüppling befallen.
Die Aufnahme der Früchte durch Vögel und Kleinsäuger ist äußerst erwünscht und Voraussetzung für die Verbreitung. Über 60 Vogelarten wurden beim Fraß von Vogelbeeren beobachtet. Sie trägt ihren Namen also völlig zu Recht. Besonders die Drosseln wie Sing-, Wacholder- und Misteldrossel und die Amsel nehmen Vogelbeeren als Nahrung gerne auf.
Große Bedeutung haben die Vogelbeeren auch für die im Winter aus Nordeuropa zu uns kommenden Vogelarten wie Rotdrossel und Seidenschwanz. Aber auch Fuchs und Dachs essen die Früchte gerne. Die Samen werden nach dem Verdauen des Fruchtfleisches meist unversehrt ausgeschieden und so durch die Vögel verbreitet. Zwar wachsen nicht alle Samen an, doch ist die Keimrate hoch.
Holzverwendung
Die Farbe des Vogelbeerbaumholzes lässt Kern und Splint erkennen. Der Kern ist hellbraun, der Splint als lebende Transportzone ist rötlich-weiß gefärbt. Das Holz weist einen angenehmen Glanz auf. Die Festigkeitswerte halten einem Vergleich mit Wirtschafts- baumarten stand. Eine Verwendung in der Tischlerei und Möbelindustrie ist ohne Einschränkungen möglich. Auch in der Holzwerkstoffindustrie und bei der Zellstofferzeugung wird sie eingesetzt.
Die Tropenholzdiskussion und die Suche nach neuen-alten, bisher wenig geschätzten Baumarten in Mitteleuropa, ließen neue Untersuchungen der Holzeigenschaften und Holzverwendung wieder aufleben.
Nach Leder ("Weichlaubhölzer", LAFO-Schriftenteihe) waren selbst Büchsenmacher und Fasshersteller am Vogelbeerholz interessiert. Heute bahnt sich eine Wiederentdeckung als Möbelholz und Paneele in der Möbeltischlerei und im Innenausbau an. Holzbildhauer verwenden unter anderem gern Vogelbeerholz. Ebenso wurden Werkzeugstiele aus Vogelbeere hergestellt.
Die Verwendung des Holzes für die Schießpulverherstellung und für die Ledergerbung - hier verstärkt allerdings die Rinde - sind heute lediglich historisch interessant.
Landschaftsgestaltung
Im Landschaftsbau bei der Landschaftsgestaltung, der Waldrandgestaltung, in Parks, Garten oder an Straßen und im Vogelschutz wird immer wieder auf die Vogelbeere zurückgegriffen. Sie wird als Chausseebaum verwendet und für die Gartengestaltung wird gezielt auf verschiedene Blatt- und Fruchtfarben gezüchtet.
Teilweise werden hier auch Arten aus Asien oder Nordamerika verwendet. Neben den Unterarten der Vogelbeere sind noch essbare Sorten bekannt.
Nahrung, Genussmittel, Heilpflanze

Die Eberesche (Sorbus aucuparia, links) im Vergleich zum Speierling (Sorbus domestica)
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Die Vogelbeere, und diesmal ist die Frucht gemeint, war den Menschen in früherer Zeit sowohl Nahrungs- wie Genussmittel, immer aber eine Heilpflanze. Das Wissen um die Wirkung war Allgemeingut.
Den Pharmazeuten ist schon lange bekannt, dass sie Vitamin C, Sorbin- und Apfelsäure aus den Beeren gewinnen können. Eingedicktes Beerenmuß wurde bei Verdauungsbeschwerden und als harntreibendes Mittel verwendet. Heilwirkung wurde auch bei Hämorrhoiden erzielt. Früchtemuß wurde regelmäßig bei Appetitlosigkeit verabreicht.
Der Presssaft der Beeren, frisch, eingedickt und gesüßt, gilt als blutreinigend. Seine zugleich harntreibende Wirkung lindert die Beschwerden bei Rheuma und Gicht.
Brotaufstrich aus Vogelbeeren in Form von Mus, Marmelade, Sirup und Gelee lässt sich als reines Vogelbeerenerzeugnis herstellen. Die Kombination mit anderen Früchten oder Gemüsen ist möglich. Ebenso lassen sich Saft oder Kaffee-Ersatz (nach entsprechender Vorbehandlung) aus den Früchten herstellen.
Auch alkoholische Getränke lassen sich aus den Beeren herstellen. Sie reichen vom schlichten Aufgesetzten über den doppelt Gebrannten, den Kräuterlikör bis zum Vogelbeerwein.
Die säuerlichen Fruchte des Vogelbeerbaumes haben einen herben, bitteren Nachgeschmack. Dem lässt sich abhelfen, entweder durch Ernten nach dem ersten Frost oder durch Entbittern im kochenden Wasser. Eine andere Methode ist das Einlegen der "entbeerten" Fruchte in Essigwasser. Einfacher ist es jedoch, im eigenen Garten die gerbstoffarme Süße oder Mährische Vogelbeere anzubauen (Sorbus aucuparia var. edulis). Wahrscheinlich handelt es sich dabei um eine Mutation der wilden Vogelbeere.
Dass sich Menschen schon vor 2000 Jahren mit der Vogelbeere befasst haben, zeigt ein Blick in die germanische Mythologie. Danach soll in vorchristlicher Zeit die Vogelbeere dem Wetter- und Donnergott Thor gewidmet gewesen sein. Im keltischen Horoskop ist ihr die Zeit vom 1.-10. April sowie vom 4.-13. Oktober zugeordnet. Nach einer Bauernregel sind in den Jahren eine gute Getreideernte und ein strenger Winter zu erwarten, in denen die Vogelbeere viele Früchte trägt. Den Zweigen der Vogelbeere wurde zugeschrieben, dass sie böse Geister abhalten können.
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