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Sinnbild der Stärke und Hoffnung Für frühe Völker war die Tanne ein Baum von außergewöhnlicher magischer Kraft, sie galt als Sinnbild der Stärke und der Hoffnung. In den letzten zwei Jahrhunderten wurde sie zwar öffentlich gelobt, tatsächlich aber anderen Interessen geopfert. Weißtanne und Rottanne (Fichte) Diese beiden Baumarten werden oft verwechselt. Der Name Weißtanne charakterisiert die Farbe der Rinde anschaulich, die der Fichte ist rötlich. Die Tanne hat im Gegensatz zu den spitzen stechenden Fichtennadeln vorn eingekerbte, nicht stechende Nadeln mit zwei weißen Wachsstreifen an der Unterseite. Die Tannenzapfen stehen aufrecht an den Zweigen, nach der Samenreife bleibt die Spindel am Zweig stehen, die Fichtenzapfen fallen als Ganzes ab. |
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Große internationale Verantwortung Unsere Tanne kehrte mit dem Wärmerwerden nach der Eiszeit aus ihren Rückzugsgebieten in Italien, im Balkan und Spanien langsamer als die anderen Baumarten zu uns zurück und hatte bis vor 200 Jahren den Harz noch nicht erreicht. Ihre Hauptverbreitung hat sie in den "Bergmischwäldern" der Alpen, des Alpenvorlandes und der Mittelgebirge bis zum Thüringer Wald und Erzgebirge. Den buchenreichen Bergwäldern war die Tanne mit hohen Anteilen von 15 bis zu 60 % beigemischt. Mit geringeren Anteilen war sie auch in den meisten dazwischen liegenden Waldgebieten vertreten. In Deutschland liegt ein Schwerpunkt des weltweiten natürlichen Tannen-Vorkommens. Typischer Mischwaldbaum
Die Tanne ist der typische Mischwaldbaum. Sie kann lange im Schatten anderer Bäume ausharren und sich später zu mächtigen Bäumen entwickeln. Möglich wird dies durch den besonderen Aufbau ihrer Nadeln. Sie sind flach, breit und haben an der Spitze fast immer eine Einkerbung. "Schattenschlaf" der Tanne Die Überlebensstrategie der Tanne hat noch zu einer anderen Besonderheit geführt: Die meisten Bäume sterben im dunklen Schatten alter Bäume ab. Die Tannen breiten bei Lichtmangel ihre Äste horizontal aus, um auch noch die kleinste Lichtmenge aufzufangen. Und sie bilden Schattennadeln aus. Alle Lebensfunktionen werden auf ein Minimum reduziert. Sie wachsen nicht mehr nach oben und nur noch mit extrem schmalen Jahrringen in die Dicke. Diese weitgehende Einschränkung aller Lebensfunktionen könnte man ähnlich einem "Winterschlaf" als "Schattenschlaf" bezeichnen. Schwere Samen
Um auch bei wenig Licht zu überleben, braucht der Tannenkeimling größere Rohstoff-Reserven als die anderer Nadelbäume. Tannensamen sind deshalb viel schwerer als Fichten- oder Kiefernsamen. Ab einem Alter von 60 Jahren blüht eine hauptständige Tanne fast jährlich. Eine größere Zahl von Zapfen bildet sie alle 2 bis 6 Jahre. Männliche und weibliche Blüten entwickeln sich am selben Baum, die Tanne ist "ein- häusig". Aus den weiblichen Blüten im oberen Baumteil entwickeln sich die Tannenzapfen, die wie Kerzen - im Gegensatz zur Fichte - auch bis zur Reife aufrecht stehen. Ab Oktober fallen die Deck- und Fruchtschuppen ab, die Samen werden vom Wind weggetragen. Tiefreichendes Wurzelsystem
Die Tanne stellt höhere Ansprüche an Wärme, Feuchtigkeit und Tiefgründigkeit des Bodens als Fichte oder Kiefer. Die Tannenwurzeln erschließen den Waldboden am tiefsten von allen Nadelbaumanen. Die Tanne bildet fast immer eine tiefreichende Pfahlwurzel aus, die sich später zu einer Herzwurzel weiterentwickelt. Der Sauerstoffanspruch der Tannenwurzeln ist geringer als der anderer Nadelbäume. Sie können deshalb auch noch in dicht gelagerte und wechselfeuchte Böden eindringen. |
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Unsere mächtigsten Bäume Mit dem leistungsfähigen Wurzelsystem und dem besonderen Aufbau ihrer Nadeln kann die Tanne auf geeigneten Standorten zu den mächtigsten Bäumen Mitteleuropas aufwachsen. So wird von Tannen mit 68 Metern Höhe und 3,8 Metern Brusthöhendurchmesser berichtet. Im Bayerischen Wald standen bis vor 70 Jahren viele Tannen mit 20 bis 50 Kubikmetern und einem Alter von 300 bis 500 Jahren. Auf günstigen Standorten erzeugt die Tanne etwa 10% mehr Holz als die Fichte. Vielfalt im Tannen-Mischwald An der Tanne leben zahlreiche Tierarten. So sucht z.B. die Tannenmeise die Zweige nach Insekten ab. Die verschiedenen Tannen-Borkenkäfer sind wegen des Rückgangs der Tanne regional bereits so selten geworden, dass sie in die "Rote Liste" der besonders gefährdeten Tierarten aufgenommen werden mussten. Tannen wichtig zur Katastrophen-Vorsorge
Die beiden letzten Sommer mit Hochwasser- bzw. Dürrekatastrophen zeigen uns die Folgen des Klimawandels. Die Bergwälder erhalten eine immer größere Bedeutung beim Ausgleich des Wasserhaushalts. In den Gebirgen fallen die meisten Niederschläge und diese sind noch am dichtesten bewaldet. Tannenreiche Bergmischwälder sind dort die idealen Helfer bei der Katastrophen-Vorsorge. Der Rückgang der Tanne
Seit 150 Jahren wird der Wert der Tanne als Stabilitätsfaktor immer deutlicher erkannt. Seitdem wird gefordert, die Tanne zu erhalten und zu fördern. Empfindlich gegen manche Schadstoffe
Die lange Lebensdauer der Tannennadeln führt zu einer anderen Gefahr. Werden mit dem Wind oder dem Regen bestimmte Schadstoffe auf den Nadeln abgelagert, können sie auf einer Nadel mit langer Lebensdauer große Schäden anrichten. Die Tanne war deshalb in früheren Jahrzehnten von Nah-Immissionen örtlicher Industriebetriebe - insbesondere durch Schwefeldioxyd - stark geschädigt. Expo-Dach aus Tannenholz Das Holz der Tanne ist gelblich-weiß. Es ist weich und harzfrei, weil es keine Harzkanäle enthält. Sehr wohlriechendes Harz gibt es nur auf der Rinde in kleinen Harzgallen. Daraus wurde früher in sehr geringen Mengen Harz gewonnen, das zum "Straßburger Terpentin" weiterverarbeitet wurde. Programm zur Rettung der Tanne Politiker, Waldbesitzer, Förster, Jäger und Naturschützer sollten die Herausforderung zur Rettung der Tanne annehmen. Dazu ist ein gezieltes Programm zur Rettung der Tanne urnzusetzen. In öffentlichen Wäldern sollten alte Tannen solange nicht mehr gefällt werden, bis das Aufwachsen junger Tannen und ihrer Begleitflora ohne besondere Schutzmaßnahmen gesichert ist. |
| Impressum | |
| Herausgeber: | Schutzgemeinschaft Deutscher Wald - Bundesverband e.V. (SDW) Meckenheimer Allee 79, 53115 Bonn Telefon: 0228-9459830, Fax: 0228-9459833, Email: info@sdw.de, Internet: www.sdw.de |
| Spendenkonto: | Sparkasse Köln-Bonn, Ktn. 31017775, BLZ 37050198 |
| Text: | Georg Meister |
| Bilder: | Georg Meister |
Gefördert mit Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz |
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