![]() ![]() ![]() |
||
|
||
Der Name "Ulme" kommt von der lateinischen Bezeichnung Ulmus und ist in dieser oder ähnlicher Form in vielen Sprachen vertreten. Die althochdeutsche Bezeichnung Rüster wird heute noch gleichzeitig für die drei Arten der Gattung Ulmus benutzt, die bei uns in Deutschland vorkommen. Überwiegend wird der Name Rüster jedoch im Bereich der Holzverarbeitung verwendet. Vorkommen
Die Bergulme ist am weitesten nach Norden vorgedrungen. Sie erreicht ihre Verbreitungsgrenze etwa auf der Linie Schottland, nördliches Skandinavien, Südfinnland und russischer Ostseeraum bis Nowgorod. Südlich davon besiedelt sie fast alle Gebirge zwischen 700 m und 1400 m über NN. |
Ökologie Die Feldulme gilt als Halbschattenbaumart, zumindest als mäßig lichtbedürftig. Sie verlangt aber gute Böden, die mineralkräftig, locker und frisch sein sollen. Gut durchlüftet und nährstoffreich müssen sie sein, wenn die Feldulme gut wachsen soll. Im Auewald wächst sie am besten auf tiefgründigen, gut durchsickerten Lehmböden. Frische kalkhaltige und flachgründige humose Kalk- und Mergelböden nimmt sie ebenfalls an. Nicht seIten finden wir sie als Pionierbaumart auf Magerrasen. In Eichenmischwäldern, in bestimmten Buchenwaldgesellschaften, im Eichen-Elsbeerwald und im Hainbuchen-Traubeneichenwald kommt sie vor. Außerhalb des Waldes wurde sie gern als Park- und Alleebaum angepflanzt. Gefahren Ulmen ertragen Spätfrost, empfindlich reagieren aber ihre teilweise an der Oberfläche verlaufenden Wurzeln des an sich kräftigen, tiefgehenden Wurzelsystems. Dagegen sind sie dürreempfindlich. Vom Sturm fallen nur wurzel- oder stammhohle Bäume; gesunde Ulmen widerstehen Stürmen. Jungpflanzen leiden unter Wildverbiss, auch Weidetiere können Pflanzungen vollständig zerstören. Wie alle Baumarten sind auch die Ulmen von Waldschäden durch Immissionen stark betroffen. Die schwersten Schäden an der Ulme gehen jedoch von dem eingangs genannten Pilz und dem Splintkäfer aus, die ganze Landstriche dauerhaft ulmenfrei machen können. Wuchsleistung Ulmen sind in der Jugend raschwüchsig und können sich bis auf die Bergulme zusätzlich durch Wurzelbrut vermehren. Das heißt, dass auch aus den an oder dicht unter der Oberfläche verlaufenden Wurzeln Triebe ausschlagen können. Wird die Ulme gefällt, ist sie, wie einige andere Laubbäume auch, in der Lage Stockausschläge zu bilden. Aus dem Wurzelstock schlagen neue Triebe aus. |
|
Holz
Ulmen wurden in der Vergangenheit weniger wegen ihrer natürlichen Vorkommen, zur Erhaltung der Artenvielfalt oder der Gestaltung von Parks und Gärten gepflegt und vermehrt, sondern in erster Linie wegen ihres Holzes. Kulturgeschichte
Die Nymphen pflanzten zum Gedenken an die gefallenen Helden Ulmen. In Südfrankreich war die Bedeutung der Ulme für die Menschen vergleichbar mit der Stellung der Linde in früheren Zeiten bei uns. Sie war der Mittelpunkt im Dorf. Unter ihr wurde Recht gesprochen und Gottesdienste abgehalten. Durch weitere intensive Züchtungsarbeit muss ermöglicht werden, dass die Ulme überleben kann und in Zukunft wieder an Bedeutung gewinnt. |
Verbreitungskarte
![]() Bergulme |
![]() Feldulme |
![]() Flatterulme |
|
Tabelle 1
|
||||||||||||||||||||||||||||||||
| Impressum | |
| Herausgeber: | Schutzgemeinschaft Deutscher Wald - Bundesverband e.V. (SDW) Meckenheimer Allee 79.53115 Bonn Telefon: 0228-9459830, Fax: 0228-9459833, Email: info@sdw.de, Internet: www.sdw.de |
| Spendenkonto: | Sparkasse Bonn, Ktn. 31017775, BLZ 37050198 |
| Text: | Forstdirektor Chistian Griesche |
| Bilder: | Griesche, AG Holz e.V., Archiv |
| Verbreitungskarte: | Prof. Dr. W. Spethmann, Uni Hannover, Institut für Obstbau und Baumschule |
| Gefördert mit Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz | |
|
|