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Weiden sind ausgesprochen kreuzungsfreudig - mit und ohne Zutun des Züchters. Auch Fachleuten fällt mittlerweile die Unterscheidung der Bastarde schwer, da Ähnlichkeiten manchmal Überhand nehmen.
Es gibt in den Angeboten guter Baumschulen eine große Auswahl für alle Zwecke: Baum- und Strauch-Weiden in Höhen von zwei bis 40 Metern; oder niedrige Formen von 30 cm bis zwei Metern; Hängeformen; als Bienenweide besonders ausgelesene Sorten, frühblühend; Zierformen aus Europa und Ostasien; Zwergformen für den Steingarten-Fan, Arten und Formen für den Landschaftsbau, für Parks und als Straßenbegleitgrün. Narürlich auch Weiden, die besonders für trockene oder frischere Standorte geeignet sind. Eine Beratung durch den Fachmann / die Fachfrau wird jedoch empfohlen, um sich vor Überraschungen zu schützen.
Ein Blick in die Volkskunde

Junger Stamm einer Salweide
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Weiden waren vor den Eiszeiten schon fester Bestandteil von Landschaft und Wald. Das Körbeflechten haben bereits die Kelten praktiziert. Und überliefen ist, dass schon Hippokrates (460-377 v. Chr.) und Dioscorides (1. Jhd. n. Chr.) Weidenrinde in der Medizin verwendeten. Wahrscheinlich waren sie nicht die Ersten.
Noch in unserer Zeit wird Weidenrinde als Heilmittel bei Fieber, Gelenk- und Muskelrheuma verwendet. Sie hilft bei Grippe und Kopfschmerz und lindert Beschwerden bei Magen- und Darmerkrankungen. Dazu wird die im Frühjahr leicht lösliche Weidenrinde an der Luft getrocknet und zu Tee aufbereitet.
Wirkstoffe sind einmal das Salicin, andere Glycoside, Flavonoide und Gerbstoffe. Weidenrinden-Aufgüsse wurden auch als Gurgelwasser bei Zahnfleischbluten, Zahngeschwüren und eitrigen Mandeln angewendet.
Der Apotheker kennt die getrocknete Weidenrinde (Droge!) als Salicis Cortex. Weidenrindentee soll nur in der angegebenen Dosis getrunken werden. Für Schwangere ist dieser Tee verboten! Ab 1899 kann der Wirkstoff Salicilsäure und die Verbindung Salicilsäureester künstlich hergestellt werden. Letztere ist unter dem Handelsnamen Aspirin in aller Welt bekannt.
Guter Baum und böser Baum zugleich?
Volksnamen sagen über eine Pflanze viel aus. Im Volksmund heißt die Weide auch Felbern, Korbweide, Maiholz, Weihbuschen, Katzenstrauch oder Gerberweide - um nur die bekanntesten zu nennen.
In der griechischen Mythologie ist der Gegensatz durch Demeter als Göttin der Fruchtbarkeit und Persephone als Göttin des Todes und der Wiedergeburt dokumentiert.
Ähnliches wird in der nordi- schen Sagenwelt berichtet. Hier soll der Todesgott Vidharr unter Weidenbüschen der Unterwelt wohnen. Der Verräter Judas soll sich an einer Weide erhängt haben: Der böse Baum wurde deshalb verunstaltet.
Böse gilt die Weide auch wegen ihrer Standorte, die oft nicht ganz geheuer sind. Schließlich vermittelt der Baum selbst im Nebel unbehagen, weil seine Formen als "schlimme" Gestalten erscheinen. Man sagt daher, dass unter Weiden das Böse wohnt. Ein Grund, sich nie unter Weiden, besonders Trauerweiden, zu flüchten. Denn hier vertrieb der Prophet Elias das Böse mit tödlichen Blitzen.
Kelten verehrten Weiden zusammen mit dem lebenserhaltenen Wasser. Mit dem christlichen Glauben wurde die Weide zum Hexenbaum, in dem sich die Hexen verstecken. Verhexten Tieren wurde mit Weidenruten der Zauber ausgetrieben.
Andererseits verbinden sich Fruchtbarkeitsbräuche mit der Weide. Schlagen Burschen ihre Mädchen zu Ostern mit der Weidenrute, wollen sie damit die Fruchtbarkeit anregen. Der Felberbaum (Silberweide) soll Schönheitsmittel enthalten, die die Erotik fördern. Gleichzeitig kann ein Trank aus Weidenblättern Schwangerschaft verhindern.
Weidenzweige mit den Kätzchen wurden schon seit über 1.000 Jahren zum Palmsonntag als "Palm" geweiht. Die gesegneten Zweige oder Buschen wurden ins Haus oder zum Hof getragen. Hier fanden sie Platz in der Herrgottsecke, um Unheil von Haus und Vieh abzuwenden. Oder sie wurden in den Stallungen angebracht, um das Vieh vor Zauber und Krankheit zu schürzen.
Im Schlafzimmer aufgehängt, sollte der geweihte Palm das Alpdrücken verhindern.
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