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Die Wildbirne wird botanisch als Pyrus pyraster (L.) Burgsdorf bezeichnet. Die Namensgebung der Birne kommt von den lateinischen Wörtern pirus (Baum) und piru (Frucht). Im nord- und westgermanischen Sprachgebiet sprach man von pira (Stamm). Die Gattung Pyrus gehört zur Familie der Rosaceae und umfasste früher Apfel, Birne und Quitte; heute gehört nur noch die Birne dazu. Verbreitung/Vorkommen In Eurasien und Afrika umfasst die Gattung Pyrus ca. 20 Arten. Zehn Arten sind in Europa und drei speziell in Mitteleuropa heimisch. |
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Wuchs
Die Wildbirne ist ein relativ langsamwüchsiger sommergrüner Strauch oder Baum 2. Ordnung und wird bis zu 20 m hoch. Als Solitärbaum kann sie ein höheres Wachstum erreichen. Der Schaft wird bis zu 80 cm, im Extrem 120 cm dick. Die Altersgrenze liegt bei 150 bis 200 Jahren. Die Rinde der Wildbirne ist rauten- oder würfelförmig gefeldert, teilweise ist sie schuppig. Die Färbung variiert von schwarzgrau über graubraun zu hellgrau. Die Zweige sind in der Regel kahl und enden mit einem scharfen Sproßdorn oder einer spindeiförmigen Knospe. Sproßdornen sind bei der Wildbirne obligatorisch. Die wechselständigen, dunkelgrünen Blätter sind eiförmig oder rundlich elliptisch und fein gesägt. Sie treiben Ende April bis Anfang Mai aus. Im Herbst färben sie sich in lebhafte Rot-, Violett- und Gelbtöne. Ökologie
Die Wildbirne ist Tief- bzw. Pfahlwurzler und bevorzugt nährstoffreiche, basen- bzw. kalkreiche, lockere Lehm- oder Tonböden. In der Regel findet man sie auf basenhaltigen, humosen Braunerden und Rendzinen. Felsenhänge und leicht saure Böden sind ebenfalls Standorte. Die Wasserversorgung sollte mäßig frisch bis trocken sein. Staunässe meidet die Wildbirne. Sie liebt mäßig warme bis warme Standorte und bevorzugt sonnige Hänge, sommerwarme Laubmischwälder, Hecken, Trocken- und Felsgebüsche. Da sie eine Licht- bis Halbschattenbaumart und gegenüber anderen Baumarten besonders Schattenbaumarten nicht sehr konkurrenzfähig ist, findet man sie meist einzeln, sehr selten zu mehreren Exemplaren. Waldbau
Spezielle waldbauliche Erfahrungen mit der Wildbirne liegen kaum vor. Nur selten trifft man die Wildbirne als Bestandesteil im Wald an, hier kommt sie einzeln oder in kleinen Gruppen vor. In Lücken von Nieder- oder Mittelwäldern mit Eichen, schwachwüchsigen Rot- und Hainbuchen bzw. Kirsche und Elsbeere hat die Wildbirne eine gute Wachstumschance. Ihr Anbau ist kleinflächig, trupp- oder horstweise möglich. Südhänge mit nährstoffreichem Ausgangsgestein und hohem Lichtanteil sind zu bevorzugen. An Wegrändern, Waldaußen- und Innenrändern, an nicht wuchskräftigen oder jüngeren Waldbeständen, bietet sich eine gute Möglichkeit, die Wildbirne anzubauen. Langfristig muss sie hier konsequent gepflegt und freigestellt werden. Bei der Anlage und Pflege von Wallhecken, Feldgehölzen und Eingrünungen von Wegen sollte die Wildbirne berücksichtigt werden. Sie hat in Mischung mit Straucharten als dann dominierende Baumart bei geeignetem Boden und Klima günstige Voraussetzungen, gut zu wachsen. Hier erhält sie genügend Licht und kann, da sie ein gutes Ausschlagvermögen hat, im Ausschlagbetrieb bewirtschaftet werden. |
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Gefahren
Wildbirnen sind frostempfindlich, aber auch Tiere gefährden die jungen Pflanzen. Die Jungpflanzen und auch Wurzelbrut müssen gegen Mäuse, Hasen und Kaninchen sowie Schalenwild und Huftiere geschützt werden. Dieses kann vorteilhaft als Ein- zelschutz mit Drahthose geschehen. Einige wenige Insekten- und Pilzkrankheiten aus dem Obstbau können die Wildbirne in seltenen Fällen ernsthaft gefährden, z. B. Feuerbrand, Birnengitterrost, Birnenschorf, Birnbaumsterben, Obstbaumkrebs, Obstbaumspinnmilbe und großer Birnblattsauger. Holz
Der Birnbaum gehört wie auch Kirsche, Hainbuche, Nussbaum, Ulme, Esche und Ahorn, zu den wirtschaftlich bedeutenden, einheimischen Baumarten, die in so geringen Mengen anfallen, dass der Bedarf an Holz auf dem deutschen Markt nicht gedeckt werden kann. Kulturgeschichte
Ursprünglich stammt die Birne aus Persien und Armenien, woher sie in 2000 Jahren über Griechenland und das Römische Reich nach Westeuropa kam. Aus dem Spätneolithikum sind Früchte in Pfahlbauten der Schweiz, Deutschland und Frankreich gefunden worden. Dieses lässt auf eine größere Verbreitung in dieser Zeit schließen. Bereits hier fand jedoch schon eine simple Selektion bzw. Kultivierung statt. Es wurden vermutlich die größeren und wohlschmeckenderen Früchte zur weiteren Vermehrung ausgewählt. |
| Impressum | |
| Herausgeber: | Schutzgemeinschaft Deutscher Wald - Bundesverband e.V. (SDW) Meckenheimer Allee 79, 53115 Bonn Telefon: 0228-9459830, Fax: 0228-9459833, Email: info@sdw.de, Internet: www.sdw.de |
| Spendenkonto: | Sparkasse Köln-Bonn, Ktn. 31017775, BLZ 37050198 |
| Text: | Julia Borghoff-Grundmann, Heinz-Peter Schmitt |
| Bilder: | Schmidle, Griesche(3), Hooge, Heyder(2), Borghoff-Grundmann(3) |
Gefördert mit Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz |
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