Inhalt:
Wann ist ein Wald ein Wald ?

Dem Gesetz nach ist jede mit Forstpflanzen (= Baumarten, die
befähigt sind, über mehrere Generationen eine Fläche
zu besiedeln) bewachsene Fläche Wald.
Von der Größe her muß sich ein "Waldinnenklima" bilden können.
So sind drei Bäume, die nebeneinander stehen, noch kein Wald.
Im Unterschied zum Park, bei dem die Bäume eher
gartengestalterischen Aspekten dienen, dient der Wald als Lebensraum
für Tiere und Pflanzen und erfüllt wichtige
Nutz-;Schutz- und Erholungsfunktion.
Bäume im Guiness-Buch
der Rekorde
| Die höchsten Bäume: |
| Weltrekord: |
mit einer Höhe von 112 Metern der "Mendocino Tree"
, ein eibennadeliger Mammutbaum im Montgomery-State-Reservat
in Kalifornien |
| Historischer Weltrekord: |
der im Jahre 1872 gemessene Eukalyptus mit
einer Höhe von 132,58 Metern. |
| Europarekord: |
die 62 m hohe Rotfichte im Kubany-Urwald im Böhmerwald
|
| Deutschlands Rekord: |
die 60,10 m hohe Douglasie im Stadtwald von
Eberbach (Baden-Württemberg) |
| Die ältesten Bäume: |
| in Amerika: |
- im Sequoia-Nationalpark werden die Redwood- und Mammutbäume
auf 3600 Jahre eingestuft
- in den White Mountains in Kalifornien haben
Grannen- und Borstenkiefern ein Alter von ¨ber 4000 Jahren. "Methusalah"
kommt auf 4680 Jahre
|
| in Asien: |
- Auf der Insel Yakushima im Süden Japans soll eine japanische
Sicheltanne ein Alter von 7240 Jahren erreicht haben. Eine Beweisführung
konnte nicht gefunden werden
- in China wurden Platycladus orientalis aus
Huong-ling mit 4000 Jahren und ein Ginkgo aus Shandong als die ältesten
Bäume angegeben.
|
| in Afrika: |
- Im Tassiligebirge in Algerien sollen die Tamrit-Zypressen 4000 bis 5000
Jahre in der Sahara leben - auch hier fehlt der exakte
Beweis
|
| in Europa |
- eine Stieleiche in Bulgarien im Ort Granit,
Bezirk Stara Zagora gilt nachgewiesenermassen mit 1640 Jahren
als der älteste Baum Europas
|
| in Deutschland |
- in Deutschland gibt es über 30 Bäume mit einem Alter von
1000 Jahren; welcher der älteste ist, kann nicht exakt nachgewiesen werden
|
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Bäume: Ihr natürliches und
ihr Erntealter
| Baumarten |
natürliches Alter |
durchschnittl.Alter in der Forstwirtschaft |
erreichbare Höhe |
| Eiche | 700 Jahre | 140 - 150 Jahre | 40 Meter |
| Bergahorn | 400 Jahre | 100 - 120 Jahre | 25 Meter |
| Ulme | 400 Jahre | 100 - 120 Jahre | 30 Meter |
| Esche | 300 Jahre | 100 - 140 Jahre | 40 Meter |
| Schwarzpappel | 300 Jahre | 30 - 50 Jahre | 30 Meter |
| Rotbuche | 250 Jahre | 120 - 140 Jahre | 30 Meter |
| Spitzahorn | 150 Jahre | 100 - 120 Jahre | 25 Meter |
| Weißbuche | 150 Jahre | 60 - 100 Jahre | 25 Meter |
| Schwarzerle | 120 Jahre | 50 - 60 Jahre | 25 Meter |
| Birke | 100 Jahre | 60 - 80 Jahre | 28 Meter |
| Fichte | 600 Jahre | 80 - 100 Jahre | 60 Meter |
| Kiefer | 600 Jahre | 100 - 120 Jahre | 48 Meter |
| Lärche | 600 Jahre | 100 - 120 Jahre | 54 Meter |
| Tanne | 600 Jahre | 90 - 130 Jahre | 50 Meter |
| Douglasie | 400 Jahre | 60 - 100 Jahre | 58 Meter |
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Seit wann gibt es Wald ?
Vor rund 400 Millionen Jahren entwickelten sich aus den
Wasserpflanzen die ersten einfachen Landpflanzen. Doch erst vor rund
300 Millionen Jahren entstanden die ersten Bäume. Im Karbon - der
Steinkohlezeit - wuchsen die bekannten riesigen Wälder mit den
Bärlapp-, Farn- und Schachtelhalmbäumen in einem günstigen
feuchten und tropischen Klima.
Wie der Name "Steinkohlezeit" bereits sagt, war dies die Zeit der
Speicherung des vorkommenden freien Kohlendioxids in Pflanzen, deren
Umwandlungs- und Endprodukte wir heute verfeuern und wieder freisetzen.
 |
| Gingkoblätter |
Nach Rückgang der Bärlapp-, Farn- und
Schachtelhalmbäume aufgrund des trockeneren Klimas entstanden vor
270 Millionen Jahren unsere Nadelbäume.
Über 200 Millionen Jahre beherrschten dann die Nadelbäume
das Landschaftsbild. In dieser Zeit entwickelte sich auch eine
Baumart, die als erdgeschichtliches Relikt bis heute überlebt hat:
Der Ginkgo. Der Ginkgobaum ist eine Übergangsart zwischen
den Nadel- und Laubbaumarten.
Vor rund 100 Millionen Jahren entwickelten sich
schließlich die Laubbäume und wurden zum vorherrschenden
Wald.
Dann begann sich das Klima auf der nördlichen Halbkugel vor
etwa 1 Million Jahren stark abzukühlen. Die Eiszeiten kamen!
Von 600 000 bis 12000 v. Chr. wechselten vier Eiszeiten mit
wärmeren Zwischenzeiten ab.
Nach Rückzug der großen Inlandvereisungen und der Zunahme
der Temperatur eroberte wieder die Vegetation die Flächen zurück.
Allerdings waren viele Pflanzenarten ausgestorben und eine
Rückwanderung war durch den hohen Alpenriegel erschwert.
Die Folge war eine viel artenärmere Flora als vor der Eiszeit.
In die tundrenartige Flora wanderte zunächst sogenannte
Pionierbaumarten, wie z.B. die Birken und die Kiefern ein.
Dann kamen mit zunehmender Temperatur Haselstrauch und Eichen.
Von 5.500 bis 2.500 v. Chr. dehnten sich die Mischwälder aus
Eichen, Linden,Ulmen und Eschen aus.
Das dann folgende etwas kühlere und feuchtere Klima führte dazu,
daß die Eichen sich auf die Ebenen zurückgezogen haben, während
die Buchen heute ohne menschlichen Eingriff die am weitesten verbreitete Bäume
wären.
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Landnutzung in Deutschland
 |
Flächenzerschneidung durch die Autobahnen |
Nach einer kurzen Entspannung der Lage Anfang der 90er Jahre nimmt der
Flächenverbrauch in Deutschland wieder rasant zu. Nach neuesten
Berechnungen beträgt die tägliche Neuinanspruchnahme
durchschnittlich 120 Hektar. Das sind Naturräume in der
Größe von 200 Fu&szli;ballfeldern.
Sowohl die Ansprüche der Industrie, der verstärkte Bau
von Straßen als auch die Ansprüche der Menschen an den Wohnraum
sind in den letzten Jahren überproportional gestiegen.
Allein von 1993 bis 1997 nahm die Siedlungs- und Verkehrsfläche
um 4,4 % zu, was einer Fläche von Berlin, Hamburg und Bremen
entspricht.
13 % der bundesweiten Fläche ist inzwischen verbaut, versiegelt
oder zerschnitten.
Ökologisch gesehen ist dieser Wert außerordentlich
besorgniserregend. Bundesweit existieren nur noch wenige
zusammenhängende Naturräume von mindestens 100
Quadratkilometern Umfang, die für den Fortbestand
zahlreicher Tierarten entscheidend sind.
| Gesamte Fläche Deutschlands: 357.028 km² |
| Landwirtschaft | 54,1 % |
| Wald | 29,4 % |
| Gebäude | 6,2 % |
| Verkehr | 4,7 % |
| Wasser | 2,2 % |
| Freizeit | 0,7 % |
| Industrie | 0,7 % |
| Sonstige | 2,1 % |
| Quelle: Land-und Forstwirtschaft in Deutschland,
BMVEL,Bonn |
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Frühere Nutzungen und Belastungen
des Waldes
 |
| Blätter als Streunutzung |
Seit dem Mittelalter verstärkte sich der Einfluß der Menschen
auf das Ökosystem Wald. Von den mittelalterlichen Rodungen
waren v.a. die fruchtbaren Laubwaldböden betroffen, so daß sich
bereits damals der Nadelwaldanteil erhöhte.
Holz diente bis zum Ende des vergangenen Jahrhunderts v.a. zum Heizen,
Kochen und Bauen. Vor dem 14. Jahrhundert kannte man im mittel-
und norddeutschen Raum keinen anderen Baustoff. Auch der Schiffsbau
benötigte große Mengen Holz.
Vom 12. bis 19. Jahrhundert wurde für die großen
Kolonial- und Handelsflotten vom Schwarzwald (Holländertannen)
auf dem Rhein bis nach Holland geflößt, so daß
der Schiffsbau stark zum Niedergang der Wälder beigetragen hat.
Zusätzlich große Holzmengen benötigten im Mittelalter
der Bergbau, die Glashütten und die Salinen zum Schmelzen und
Sieden.
Den Bauern diente der Wald als Weidegrund für das Vieh und nach
der Einführung der Stallhaltung wurden zusätzlich
Blätter und Nadeln
als Einstreu im Stall verwendet. Die Streunutzung als eine der
waldschädlichsten Eingriffe wurde erst im 20. Jahrhundert
eingestellt. Die Nährstoffarmut ist ein Erbe bis heute.
Der Zustand des Waldes zu Beginn des 19. Jahrhunderts ist
folgendermaßen zu beschreiben:
- Es gab riesige Kahlflächen durch die jahrhundertelange Nutzung
- Große Flächen zeigten Nährstoffarmut aufgrund
der verheerenden Streunutzung
- Es fehlte die Verjüngung durch hohe Wildbestände
- Nur anspruchslose Vegetation konnte sich noch entwickeln;
Laubbäume hatten keine Chance
Der dadurch bereits geschwächte Wald konnte dem Druck der stark
wachsenden Bevökerung mit ihren Forderungen nicht mehr standhalten.
Doch erst als eine Holznot Anfang des 19. Jahrhunderts drohte, wurde man
wach und entwickelte die moderne Forst- und Waldwirtschaft, die
noch heute mit sachkundiger Nutzung und unter der Beachtung der
ökologischen Rahmenbedingungen das Ökosystem Wald betreut.
Der Begriff der Nachhaltigkeit (Entnahme=Nachwuchs)
wurde Grundmaxime des Handelns.
Heute wird der Wald noch von anderen Faktoren in seiner Existenx bedroht.
Die Emissionsbelastungen durch unsere Industriegesellschaft setzen dem
Wald - seit Beginn der 80er Jahre nachgewiesen - stark zu. Besonders
die Laubbäume leiden unter den Ansprüchen der Menschen.
Über die neuartigen Waldschäden und ihre aktuellen Zahlen
können sie sich unter www.sdw.de
informieren.
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