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Hintergrundinformation zum bundesweiten Waldzustandsbericht 2001
1) Einführung
2) Der Waldzustand im Bundesdurchschnitt
3) Waldschäden in den Bundesländern
up 1) Einführung

Die Waldzustandserhebung ist eine Stichprobeninventur, die flächenbezogene Aussagen über den Waldzustand in Deutschland liefert. Als wichtigster Vitalitätsweiser für den Zustand des Waldes wird dabei die Verlichtung der Baumkronen erfaßt, die auch als Nadel-/Blattverlust bezeichnet wird.

Der Grad der Verlichtung wird in folgende Schadstufen eingeteilt:

Einteilung der Schadstufen:

Schadstufe 0: 0-10 % Nadel- bzw. Blattverlust
Schadstufe 1: 11-25 % Nadel- bzw. Blattverlust
Schadstufe 2-4: mehr als 25 % Nadel- bzw. Blattverlust

Die Schadenserhebung fand im Sommer 2001 statt, wobei 13.478 Probebäume auf 446 Probepunkten erfaßt wurden.

Das bundesweite Stichprobenraster beträgt 16 x 16 km, um eine Vergleichbarkeit mit den vergangenen Jahren zu erreichen. Die einzelnen Länder haben in diesem Jahr eine Vollaufnahme mit Probebäumen in 4 x 4 km Abstand durchgeführt. Es empfiehlt sich bei Informationsbedarf über regionale Schadenszahlen, die Länderberichte zu lesen.

Bei der Erhebung wurden insgesamt 38 Baumarten erfaßt, wobei 85 % der Baumarten zu den Hauptbaumarten Fichte, Kiefer, Buche und Eiche gehörten.

up 2) Der Waldzustand im Bundesdurchschnitt

Der Flächenanteil von Bäumen, die deutlichen Schäden (Schadstufen 2-4) aufwiesen, lag in diesem Jahr bei 22 % der Gesamtwaldfläche. Im Jahr 2000 lag der Anteil bei 23 %. Die Schäden stagnieren also seit einigen Jahren auf einem relativ hohem Niveau.

Keine Schäden (Schadstufe 0) wiesen Bäume auf 36 % der Waldfläche auf. Im vorherigen Jahr lag der Anteil um einen Prozentpunkte niedriger.

Die deutlichen Schäden bei den vier Hauptbaumarten teilen sich wie folgt auf:

Fichte: 26 %
Kiefer: 14 %
Buche: 32 %
Eiche: 33 %

Nachfolgende Übersicht liefert eine genauere Betrachtung der Schäden bei den Hauptbaumarten und zeigt sie im Vergleich zum Vorjahr:

Deutliche Schäden: 2001 2000 Änderung
Fichte insgesamt 26 % 25 % + 1%-Punkt
Fichte über 60 Jahre 38 % 37 % + 1%-Punkt
Fichte bis 60 Jahre 5 % 6 % - 1 %-Punkt
Kiefer insgesamt 14 % 13 % + 1%-Punkt
Kiefer über 60 Jahre 21 % 19 % + 2 %-Punkte
Kiefer bis 60 Jahre 6 % 7 % - 1 %-Punkt
Buche insgesamt 32 % 40 % - 8 %-Punkte
Buche über 60 Jahre 39 % 51 % - 12 %-Punkte
Buche bis 60 Jahre 10 % 7 % + 3 %-Punkte
Eiche insgesamt 33 % 35 % - 2 %-Punkte
Eiche über 60 Jahre 42 % 44 % - 2 %-Punkte
Eiche bis 60 Jahre 7 % 13 % - 6 %-Punkte
Sonst. Nadelbäume 25 % 25 % 0
Sonst. Laubbäume 12 % 12 % 0
Ohne Schäden: 2001 2000 Änderung
Fichte 31 % 34 % - 3 %-Punkte
Kiefer 40 % 39 % + 1 %-Punkt
Buche 25 % 21 % + 4 %-Punkte
Eiche 21 % 21 % 0
Sonst. Nadelb. 42 % 42 % 0
Sonst. Laubb. 57 % 55 % + 2 %-Punkte

Übersicht über die deutlichen Schäden bei den Baumarten insgesamt von 1998 bis 2001:

Baumart: 1998 1999 2000 2001
Fichte 26 % 25 % 25 % 26 %
Kiefer 10 % 13 % 13 % 14 %
Buche 29 % 32 % 40 % 32 %
Eiche 37 % 44 % 35 % 33 %
Sonst. Nadelb. 25 % 24 % 25 % 25 %
Sonst. Laubb. 13 % 11 % 12 % 12 %

up 3) Waldschäden in den Bundesländern

   Baden-Württemberg

  • Waldschadensinventur fand im 4 x 4 km-Raster statt
  • mittlerer Nadel-/Blattverlust von 21,1% ± 0,4%
  • gegenüber der letzten Vollinventur 1997 hat sich der Benadelungs- bzw. Belaubungszustand um 3,4 %-Punkte signifikant verschlechtert
  • Bei Fichte und Buche sind seit 1997 deutliche, bei Tanne geringe Anstiege an Nadel- bzw. Blattverlusten festzustellen
  • Eiche ist die am stärksten geschädigte Baumart, zeigt aber leichte Tendenz zur Verbesserung des Kronenzustandes
  • Schwarzwald ist weiterhin die Region mit den höchsten Schäden
  • Südwestdeutsches Alpenvorland ist die Region mit der stärksten Zunahme der Kronenschäden
  • Auswirkungen des Sturmereignisses "Lothar" sind bei der Interpretation zu berücksichtigen

   Bayern

  • Aufnahme im 4 x 4 km-Raster
  • durchschnittlicher Nadel-/Blattverlust gegenüber dem Vorjahr mit 19,7 % nahezu unverändert
  • Deutliche Schäden stiegen um 3 %-Punkte gegenüber Vorjahr auf 25 %; gegenüber der letzten Vollerhebung um 6 %-Punkte
  • Verschlechterung der Situation u.a. durch Trockenheit und durch den Orkan "Lothar"
  • Alpenraum ist weiterhin das Hauptschadensgebiet
  • Deutliche Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr bei Fichte, Kiefer und Tanne, Buche ungefähr auf gleichem Niveau, Eiche hat sich leicht verbessert.
  • Tanne ist nach wie vor die am stärksten geschädigte Baumart

   Berlin

  • Aufnahme im 2 x 2 km-Raster
  • schlechteste Kronenzustand seit 1992
  • Verschlechterung bei der Kiefer v.a. durch den milden und feuchten Winter, der ein fast völliges Fehlen der Vegetationsruhe bedeutete
  • Anteil der deutlichen Schäden nahm in den letzten drei Jahren zu

   Brandenburg

  • Deutliche Schäden im Vergleich zum Vorjahr um 1 %-Punkt auf 8 % gefallen
  • Keine deutliche Veränderung der Kronenverlichtung
  • Rückgang der deutlichen Schäden bei der Buche
  • Eiche ist die Baumart mit dem höchsten Grad der Kronenverlichtung
  • Gegenüber dem Vorjahr gibt es bei der Eiche einen Anstieg der deutlichen Schäden um 8 %-Punkte
  • Territorialer Schadschwerpunkt ist der Nordteil Brandenburgs

   Bremen

  • Günstigstes Ergebnis seit Beginn der Waldzustandserfassung im Jahr 1988
  • Leichte Verbesserung gegenüber dem Vorjahr

   Hamburg

  • im Vergleich zum Vorjahr einen unveränderten Anteil deutlich geschädigter Bäume
  • deutliche Zunahme gering geschädigter Bäume zu Lasten gesunder Bäume
  • Anteil deutlich geschädigter Kiefer ist geringfügig gestiegen
  • Für die Fichte ergibt sich insgesamt ein deutlicher Anstieg des Schadniveaus
  • Ursache u.a. die lang anhaltende Sommertrockenheit
  • Bei der Buche ist eine deutliche Verbesserung der Vitalität festzustellen
  • Zunahme der deutlichen Schäden bei Eiche um 5 %-Punkte auf 15 %
  • Ursache hierfür ist teilweise auf die gestiegenen Fraßschäden durch Frostspanner und Eichenwickler zurückzuführen

   Hessen

  • Aufnahme im 8 x 8 km-Raster, in der Rhein-Main-Ebene im 4 x 4 km-Raster
  • der Kronenzustand hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich erholt
  • Absterbeerscheinungen bei der Eiche in der Rhein-Main-Ebene

   Mecklenburg-Vorpommern

  • der mittlere Nadel-/Blattverlust bleibt mit 16 % auf Vorjahresniveau und hat sich seit 1994 nicht wesentlich verändert
  • Seit 1997 hat sich der Schadensanteil der Laubbäume dabei schrittweise verringert
  • im Vergleich zum Vorjahr zeigen Buche und "sonstige Nadelbäume" eine merkliche Erholung
  • Spürbar verschlechtert haben sich dagegen Fichte und Eiche

   Niedersachsen

  • Aufnahme im 4 x 4 km-Raster
  • Kronenzustand der Waldbäume hat sich in diesem Jahr leicht verbessert
  • Situation der Buche hat sich merklich verbessert
  • Eiche ist die am stärksten geschädigte Baumart mit 51 % deutliche Schäden
  • Bei der Fichte wird eine leichte Verbesserung des Kronenzustands festgestellt. Die Schäden im Harz sind höher als auf Landesebene
  • Deutliche Schäden der Kiefer blieb konstant. Sie ist die Baumart mit der geringsten Kronenverlichtung

   Nordrhein-Westfalen

  • Aufnahme im 4 x 4 km-Raster
  • Insgesamt gab es eine leichte Verbesserung der Schadsituation
  • Dennoch zweitschlechtestes Ergebnis seit Beginn der Erhebung
  • Rückgang der Schädigung bei Laubbäumen
  • Zustand der Nadelbäume hat sich kaum verändert
  • Bei der Fichte sind viele Bäume in die Schadstufe 1 gerutscht, die im Vorjahr noch keinerlei Schadsymptome erkennen ließen
  • Anstieg der deutlichen Schäden bei Kiefer und damit Annäherung an das Schadniveau der Fichte
  • Deutliche Schäden bei der Buche sind um 17 %-Punkte zurückgegangen, da keine extreme Fruktifikation stattfand
  • Zustand der Eiche hat sich erneut verschlechtert. Sie führt mit einem Anteil der deutlichen Schäden von 43 % die Schadensstatistik an

   Rheinland-Pfalz

  • Kronenzustand der Waldbäume hat sich nur wenig geändert
  • Verschlechterung des Kronenzustands bei der Eiche
  • bei allen Baumarten außer der Kiefer zeigt sich ein deutlicher Anstieg der Kronenschäden mit zunehmendem Alter

   Saarland

  • Aufnahme im 2 x 4 km-Raster
  • Bei allen Hauptbaumarten hat sich die Vitalität der Baumkronen leicht verbessert
  • Seit 1995 ist eine Verbesserung insbesondere bei den deutlichen Schäden zu verzeichnen
  • Die Buche bleibt die am stärksten geschädigte Baumart
  • Kronenschäden treten vornehmlich in älteren Waldbeständen auf

   Sachsen

  • Der Trend der Vorjahre einer Verbesserung des Belaubungs-/Benadelungszustands setzte sich fort
  • Bei der Fichte haben sich die deutlichen Schäden im Vergleich zum Vorjahr um 7 %-Punkte verringert
  • Die deutlichen Schäden bei der Buche stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 2 %-Punkte an
  • Einen regionalen Schadschwerpunkt stellt das Wuchsgebiet Sächsisch-Thüringisches Löss-Hügelland dar
  • Im Erzgebirge hat sich der Zustand des Waldes spürbar verbessert

   Sachsen-Anhalt

  • Aufnahme im 4 x 4 km-Raster
  • Keine deutliche Veränderung gegenüber dem Vorjahr
  • Kiefer ist die am wenigsten geschädigte Baumart
  • Bei der Fichte stiegen die deutlichen Schäden leicht an
  • Bei der Buche ist ein deutlicher Rückgang der deutlichen Schäden im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen
  • Für die über 60-jährigen Buchen liegen die Werte jedoch nach wie vor in Besorgnis erregender Höhe
  • Den schlechtesten Kronenzustand aller Hauptbaumarten zeigt die Eiche

   Schleswig-Holstein

  • Der Zustand des Waldes hat sich nur relativ verbessert
  • Die deutlichen Schäden bei der Buche haben sich um 18 %-Punkte verbessert
  • Bei der Eiche setzte sich der negative Trend fort
  • Der Kronenzustand der Fichte hat sich deutlich verbessert
  • Bei der Kiefer zeigt sich keine Veränderung. Sie ist die am geringsten geschädigte Baumart

   Thüringen

  • Aufnahme im 4 x 4 km-Raster
  • Die allmähliche Verbesserung des Kronenzustandes hat sich in diesem Jahr nicht fortgesetzt
  • Die Anzahl der deutlich geschädigten Bäume blieb unverändert
  • Die Fichte weist die geringste mittlere Kronenverlichtung auf. Ihr Kronenzustand zeigt sich seit 1999 kaum verändert
  • Auch bei der Kiefer hat sich der Kronenzustand in den letzten vier Jahren nicht wesentlich verändert
  • Die stärksten Kronenschäden weist nach wie vor die Eiche auf

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