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1) Waldschadenszahlen 2002 |
Im Jahr 2002 gab es die 20 Terrestrische Waldschadensinventur. Die erste
fand im Jahr 1983 statt.
In diesem Jahr erfolgten die Aufnahmen im 16x16 km -Raster (EU-Netz).
Das 16 x 16 km-Netz ist durch eine Verordnung der Europäischen Union
festgeschrieben und umfaßt in ganz Europa rund 5.000 Probeflächen
mit ca. 100.000 Bäumen.
Diese Aufnahmen finden jährlich statt, wenn es nicht zu einer umfassenden
Vollaufnahme kommt.
Die sogenannten Vollaufnahmen werden im 4x4 km-Netz erhoben. In den Anfangsjahren
der Waldschadenserhebungen sowie 1989, 1991, 1994 und 1997 und 2001 wurden
ebenfalls die aufwendigeren Vollaufnahmen durchgeführt
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2) Grüne Bäume trotz Waldsterben? |
Anfang der 80er Jahre wurde das Phänomen der neuartigen Waldschäden
oft mit "Waldsterben" bezeichnet. Und tatsächlich führten
in einigen Gebieten (z.B. Erzgebirge, Harz und Schwarzwald) die Schädigungen
an Waldbäumen und Waldböden zum flächenhaften Absterben
von Bäumen.
Die Belastung der Bäume durch Schadstoffe hat sich seit dieser Zeit
nicht gebessert. Dennoch sieht der Wanderer im Wald grüne Bäume,
die gesund aussehen. Wie paßt das mit den Schreckensmeldungen der
80er Jahre und den weiterhin hohen Waldschäden zusammen?
Zunächst einmal sollte erklärt werden, daß der Begriff
des Waldsterbens nicht sehr "glücklich" gewählt wurde.
Doch konnte man damals eben noch nicht genau abschätzen, wie sich
die Situation für die Bäume entwickeln wird.
Dennoch geht es den Wäldern nicht gut. Nur kommt es -zum Glück-
meist nicht zu flächenhaften Waldverlusten, sondern zu Nadel-, Blatt-
und Feinwurzelverlust bei einzelnen zumeist älteren Waldbäumen.
Ein Laie wird den Nadel- und Blattverlust bei einem Waldspaziergang wahrscheinlich
gar nicht wahrnehmen. Die Versauerung des Bodens und die dadurch bedingten
Feinwurzelverluste kann man nur bei genauen Untersuchungen feststellen.
Der Wald sieht folglich gesund aus, obwohl er es nicht unbedingt ist.
Hinzu kommt, daß kranke Bäume meist gefällt werden, bevor
sie abgestorben sind. Schließlich soll das Holz noch sinnvoll genutzt
werden.
Ein Absterben der Bäume ist jedoch nur eine Folge der erhöhten
Schadstoffeinträge. Die hohen Stickstoffeinträge führen
zur Veränderung von Vegetationsgesellschaften. Pflanzen, die auf
nährstoffarmen Böden konkurrenzstark sind, haben aufgrund der
"Düngung" häufig keine Chance mehr, sich gegen angepaßtere
Pflanzen durchzusetzen.
Die Gefährdung des Grundwassers durch Auswaschung von Nitrat ist
ebenfalls eine mögliche Folgerung der Überlastung der Waldböden.
Der Wald -bisher durch seine Filterwirkung Garant für sauberes Trinkwasser-
könnte somit diese wichtige Wirkung verlieren.
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3) Bundesbericht |
Waldzustand unverändert - nur Eiche hat sich erholt !
Im Jahr 2002 sind 21 % der Waldfläche deutlich geschädigt. Zum achten Mal hintereinander liegt der Anteil deutlicher Schäden zwischen 21 und 23 %.
44 % sind leicht geschädigt, gehören also zur Warnstufe (11 - 25 % Blatt- oder Nadelverlust).
35 % haben keine sichtbare Schäden.
Besonders hervorzuheben ist, daß bei der Eiche eine deutliche Besserung eingetreten ist. Der Anteil deutlicher Blattverluste ging von 33 % auf 29 % zurück.
Das Ministerium betont, dass sich zwar der Ausstoß von Luftverunreinigungen deutlich verringert hat, aber für das Ökosystem immer noch zu hoch ist. Dies gilt v.a. für versauernde und eutrophierende Luftverunreinungen (Stickstoffoxide, Ammoniak).
Gleichzeitig haben die über Jahrzehnte in den Waldböden angesammelten Einträge von Schwefel und Stickstoff zu Bodenversauerung und Belastung des Sicker- und Grundwassers geführt. Diese werden noch lange eine kritische Altlast bleiben.
Die Schutzgemeinschaft hat dieses Problem bereits in ihrer Presseinformation vom 7. November 2002 besonders erläutert
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| BMVEL, 2002: Waldschäden in Deutschland. Hinter dem Gesamtmittelwert verbergen sich sehr unterschiedliche Entwicklungen der verschiedenen Baumarten |
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4) Länderberichte |
Baden-Württemberg
- 24 % deutlich geschädigt
- Basis: 16 * 16 km, 1170 Bäume erfasst
- für einzelne Baumarten keine Zahlen
- einziger Bericht, der nur globale Aussagen macht
- Waldzustandsbericht
2002
Bayern
- Zustand leicht verbessert, von 25 % auf 21 % deutlich geschädigt,
gesunde Bäume von 34 % auf 29 % abgenommen
- Buche von 30 % auf 21 % deutlich geschädigt
Eiche von 24 % auf 17 % deutlich geschädigt
Kiefer von 25 % auf 16 % deutlich geschädigt
Tanne von 51% auf 50 % deutlich geschädigt
- Basis: 16 * 16 km (EU einheitliches Stichprobenraster), 8500 Bäume
in 183 Waldbeständen untersucht und 46 Dauerbeobachtungsflächen
berücksichtigt, lässt Detailaussagen regionaler Art nicht
zu.
- Waldzustandserhebung
2002 in Bayern
Berlin/Brandenburg
- mit 10 % deutlich geschädigter Waldfläche bleibt der Waldzustand
relativ gut
- Berlin: deutliche Schäden von 29 % auf 24 % zurückgegangen
- Brandenburg: deutliche Schäden von 8 % auf 10 % gestiegen
- Gesamtregion: Anstieg um 2 % auf 10 %
- regionale Aussagen:
- Berlin:
Eiche ist die am stärksten geschädigte Baumart, Schwerpunkt
der Schäden liegt im Forstamt Grünewald
- Brandenburg:
Auch hier die Eiche die am stärksten geschädigte Baumart
(27 % deutlich geschädigt), Schwerpunkt der Schäden liegt
in den Landkreisen Uckermark, Barnim, Havelland, Elbe-Elster und
Spree-Neiße
- Weitere
Informationen
Hessen
- Situation wie letztes Jahr: 25 % deutlich geschädigt, gesund
sind nur 10 % der älteren Bäume
- Buche von 30 % auf 34 % gestiegen
- Eiche von 31 % auf 18 % gefallen
- Kiefer von 31 % auf 30 % gefallen
- Fichte von 21 % auf 17 % gefallen
- 29 % deutliche Schäden bei älterer Buche
- 21 % deutliche Schäden bei älterer Eiche (minus 6 %)
- 27 % deutliche Schäden bei älterer Fichte
- 27 % deutliche Schäden bei älterer Kiefer
- Waldzustandsbericht
2002
Niedersachsen
- Zustand leicht verbessert:
- 12 % zeigen deutliche Schäden (letztes Jahr 13 %)
- Fichte 15 % deutlich geschädigt
Kiefer 5 % deutlich geschädigt
Buche 19,5 % deutlich geschädigt
Eiche 30 % deutlich geschädigt, 6 % Verringerung
- ältere Bestände über 60 Jahre sind mehr geschädigt,
Alterstrend besonders stark bei Buche, Eiche und Fichte
- Flächenanteil deutlicher Schäden beträgt im Jahr 2002
- 34 % bei der älteren Fichte
- 11 % bei der älteren Kiefer
- 32 % bei der älteren Buche
- 42 % bei der älteren Eiche
Rheinland-Pfalz
Saarland
- 11 % der Bäume zeigen deutliche Schäden
- Buche ist die mit 27 % am stärksten geschädigte Baumart,
gefolgt von Kiefer (9 %), Fichte (7 %) und Eiche (5 %)
- Die deutlichen Schäden liegen bei den über 60jährigen
Bäumen mit 20 % ca. 7-mal höher als in den Jungbeständen
- weitere Informationen
Schleswig-Holstein
- Zustand des Waldes hat sich stabilisiert,
- der Anteil deutlicher Schäden liegt wie im Vorjahr bei 24 %.
- Gegensätzliches Bild: Zustand der Fichten, Kiefern und Buchen
hat sich weiter verschlechtert.
- Deutliche Schäden:
Fichte: von 29 % auf 32 % verschlechtert
Kiefer: von 8 % auf 17 % verschlechtert
Buche: von 34 % auf 35 % verschlechtert
Eiche: von 29 % auf 23 % verbessert
- An 187 Aufnahmepunkten je 24 Bäume wurden die Nadel-/Blattverluste
erfasst und weitere Schadmerkmale aufgenommen
- Auch hier sind die Bäume über 60 Jahre besonders stark
geschädigt: Hier zeigt fast jeder 2. Baum deutliche Kronen- und
Blattverluste
- Regional betrachtet nehmen die Schäden in Schleswig-Holstein
von Norden nach Süden zu
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