SDW-Logo (links)SDW-LogoSDW-Logo (rechts)

Waldzustand 1997- Wald- und Waldbodenschadensbericht
A) Der Wald in Deutschland -ein kurzer Überblick
B) Waldschäden im Bundesdurchschnitt
C) Waldschäden in den Bundesländern
D) Die Eiche - am Ende der Belastbarkeit ?
E) Zustand des Waldbodens und Auswirkungen auf das Waldökosystem
F) Forderungen der SDW
G) Standpunkt der SDW zur Waldschadenserhebung

„Im Waldboden tickt eine Zeitbombe“

A) Der Wald in Deutschland -ein kurzer Überblick

Der Wald ist die ursprüngliche Vegetationsform in Mitteleuropa. Nur auf wenigen Extremstandorte wie Steilhänge und Moore kommen andere Vegetationsform vor. Standort-bedingungen und Umwelteinflüsse bestimmen die Zusammensetzung einer Waldgesellschaft. Ohne den anthropogenen Einfluß würden in Deutschland die Buchen- und Buchenmischwälder dominieren. Eichen würden verstärkt in den niederschlagsarmen, sommerwarmen Gebieten Ostdeutschlands auftreten. Fichten und Tannen sind unter natürlichen Bedingungen in montanen und Kiefern in trocken, nährstoffarmen Regionen zu finden. Nadelbäume würden insgesamt unter zehn Prozent der Waldflächen ausmachen. Mit 53 Baumarten (45 Laub- und 8 Nadelbäumen) sind die mitteleuropäischen Wälder im Vergleich zu Waldregionen mit ähnlichen Klima relativ artenarm. Die Ursache dafür ist der Artenrückgang während der Eiszeiten. Ein „Ausweichen“ der Pflanzen- und Tierarten nach Süden bzw. das Wiedereinwandern nach Norden wurde durch die natürlichen Barrieren Alpen und Pyrenäen erschwert.

Heute gibt es in Deutschland 10,7 Millionen Hektar Wald, das sind 30 Prozent der Landesfläche. In den alten Bundesländern nahm von 1950 bis 1993 die Waldfläche um 7,5 Prozent (entspricht 500.000 Hektar) zu. Wald bzw. die Waldwirtschaft ist die umweltschonenste menschliche Landnutzungsform. Im Vergleich zur Landwirtschaft ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verschwindend klein. Dünger wird in der Regel nur in Baumschulen eingesetzt. Das Ausbringen von Kalk und Mineraldünger zur Bekämpfung der Symptome der neuartigen Waldschäden erfolgt nur da, wo es letztlich für den Erhalt des Waldes notwendig ist. Es ist keine Frage die nachhaltige Waldwirtschaft ist aus ökologischer und aus Sicht des Umweltschutz jeder anderen anthropogenen Landnutzungsform überlegen.

Die großen Aufforstungsprogramme gerodeter oder devastierter Flächen von Mitte des 19. bis Mitte des 20.Jahrhunderts führten zur einer unnätürlichen Verbreitung der Nadelbäume. Nadelbäume bedecken etwa 60 Prozent der gesamten Waldfläche (Fichte 33 Prozent und Kiefer 28 Prozent). Buchen und Eichen stocken dagegen nur auf 14 bzw. 9 Prozent der Waldfläche (Tabelle 1). Der Laubholzanteil wird gefördert und steigt allmählich. Nach den Stürmen 1990 erfolgte die Aufforstung zu über 90 Prozent mit Laub- bzw. Mischwald. Insgesamt besteht die Waldfläche in Deutschland zu 60 Prozent aus Mischwald (Tabelle 2). Seit etwa 150 Jahren wird das Baumartenspektrum durch den Anbau fremdländischer Baumarten wie die Japanlärche und Douglasie erweitert. In Mitteleuropa dominiert die Forstbetriebsart des Hochwaldes (Altersklassenwald). 99 Prozent des Wirtschaftswaldes ist in Deutschland Hochwald, ein Prozent sind Nieder- und Mittelwald. Plenterwald ist in zwei Prozent der Waldflächen zu finden. Bei dieser Sonderform des Hochwaldes werden Bäume einzelstammweise entnommen.

Durch die Brennholznot und dem Reparationshieb (ungefähr zehn Prozent der damaligen Waldfläche wurde kahlgeschlagen) der Nachkriegsjahre bedingt, existieren besonders viele Jungbestände. Etwa 40 Prozent der Bäume sind heute jünger als 45 Jahre (Tabelle 3). In den alten Bundesländern sind 18 Prozent der Bäume über 100 und 1,3 Prozent über 160 Jahre alt.

Vier Prozent der Waldfläche Deutschlands stehen unter Schutz nach Forst- und Naturschutzrecht (rund 400.000 Hektar). Etwa 0,8 Prozent der deutschen Waldfläche steht unter absoluten Schutz, das heißt jegliche Bewirtschaftung unterbleibt.

46 Prozent der deutschen Wälder sind Privatbesitz (rund 450.000 Waldbesitzer). Der Staatswald mit einem Anteil von 34 Prozent gehört überwiegend den Ländern. Nur vier Prozent der Staatswälder obliegen dem Bund (militärische Liegenschaften). 20 Prozent der Wälder sind Körperschaftswald (Tabelle 4).

Die Bedeutung des Waldes als Erholungsraum ist erheblich. Auf jeden Hektar Wald kommen statistisch pro Jahr 168 Besucher. In Stadtrandgebieten und in besonders attraktiven Waldgebieten (z. B. Siebengebirge, Laacher See) suchen bis zu 1000 Menschen pro Hektar und Jahr den Wald auf. Nur vier Prozent der Bundesbürger haben kein Interesse an einem Waldbesuch.

Tabelle 1: Flächenanteil der Baumartengruppen 1960 und 1990

Baumartengruppe

1960

1990

Kiefer, Lärche

35 %

31 %

Fichte und sonstige Nadelbäume

37 %

35 %

Buche und sonstige Laubbäume

21 %

25 %

Eiche

7 %

9 %

Tabelle 2: Flächenanteil nach Rein- und Mischbeständen

reine Laubwälder

13 %

Laubmischwald

18 %

reine Nadelwälder

25 %

Nadelmischwald

44 %

(Reinbestände: Beimischung anderer Baumarten bis zehn Prozent; Mischwälder: Beimischung anderer Baumarten über 10 Prozent; Stand 1990)

Tabelle 3: Altersstruktur der Hochwälder (1993)

Altersklasse

Flächenanteil in Prozent

1 - 40 Jahre

37

41 - 80 Jahre

32

älter als 80 Jahre

31

Tabelle 4: Besitzverhältnisse

Privatwald

46 %

Staatswald

34 %

Körperschaftswald

20 %

Quelle der Daten für Tabelle 1, 2, 3 und 4: nach Angaben des BMELF )

B) Waldschäden im Bundesdurchschnitt

1997 waren wie schon 1996 im Bundesgebiet 20 Prozent der Waldflächen deutliche geschädigt. Der Waldzustandsbericht des Bundes muß differenziert betrachtet werden, da die Schäden regional sehr unterschiedlich sind. Trotz der Reduktion der Schäden in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Hamburg ist in allen anderen Bundesländern eine Stagnation auf hohem Niveau und zum Teil eine Verschlechterung zu verzeichnen. Mit durchschnittlich 29 Prozent weisen die Laubbäume ein wesentlich höheres Schadniveau auf, als die Nadelbäume. Bundesweit sind 55 Prozent der über 60-jährigen Eichen, die für das Ökosystem Wald besonders wichtig sind, deutlich geschädigt. Es wird deutlich, daß die geschwächten Bäume natürlichen Faktoren, wie z.B. dem massiven Insektenbefall, immer schlechter verkraften können.

Tabelle 5: Entwicklung der Waldschäden von 1991 bis 1997 - Prozentuale Verteilung in die Schadstufenklassen

Schadstufe

1991

(in Prozent)

1992

(in Prozent)

1993

(in Prozent)

1994

(in Prozent)

1995

(in Prozent)

1996

(in Prozent)

1997

(in Prozent)

0

36

32

36

36

39

43

41

1

39

41

40

39

39

37

39

2 - 4

25

27

24

25

22

20

20

Tabelle 6: Ergebnis der bundesweiten Waldschadenserhebung 1997 - Prozentuale Verteilung in die Schadstufenklassen

Schadstufe

0

(in Prozent)

1

(in Prozent)

2

(in Prozent)

3

(in Prozent)

4

(in Prozent)

1997

41

39

18,2

1,3

0,4

In Deutschland stehen auf zwei Drittel der Waldfläche Nadelbäume und auf ein Drittel Laubbäume. Während die Schäden bei den Nadelbäumen von 1984 bis 1997 zum Teil deutlich zurück gegangen sind, ist eine gegenläufige Entwicklung bei den Laubbäumen zu beobachten. Bei der Kiefer gingen die deutlichen Schäden von dem höchsten Niveau 1991 (29 Prozent) auf zwölf Prozent 1997 zurück. Bei der Fichte war dieser Rückgang nicht so stark ausgeprägt. Die Schäden an den Buchen stagnieren im Mehrjahresvergleich auf einem hohen Niveau. 1997 waren rund 30 Prozent der Buchen deutlich geschädigt. Die Eiche weist seit des Beginnes der Waldschadenserhebung 1984 die stärkste Zunahme deutlicher Schäden auf (Tabelle 7). Bei allen Arten zeigen sich erhöhte Schadwerte bei Bäumen mit einem Alter über 60 Jahre. Diese Tendenz steigerte sich noch in den letzten Jahren. Die Eiche hat im Vergleich mit den drei anderen Baumarten den höchsten Anteil an jungen, deutlich geschädigten Bäumen.

Witterungsverhältnisse:

Die Jahre 1995 bis 1997 waren in der Regel günstige Jahre für den Wald.

Schadinsekten:

Bei der Entwicklung und Vermehrung von Insektenpopulationen spielt die Witterung eine entscheidende Rolle. Der Schadbefall durch Insekten und phytopathogene Pilze hatte die selbe Höhe wie im letzten Jahr. Im Durchschnitt wiesen 12 Prozent der Bäume erkennbare Schäden auf. Stärkere Schädigungen waren nur bei drei Prozent der Bäume festzustellen. Insgesamt wurde der Belaubungszustand nur bei der Eiche wesentlich von Insekten- und Pilzbefall beeinflußt.

Tabelle 7: Waldschäden aufgeschlüsselt nach verschiedenen Baumarten - Prozentualer Anteil der Bäume mit deutlichen Schäden (Schadstufen 2-4)

Untersuchungsjahr

Baumarten

Fichte

Kiefer

Buche

Eiche

1984 *

21

21

12

9

1985

24

17

14

16

1986 *

22

15

19

20

1987

17

12

22

22

1988

15

12

17

24

1989

14

11

22

26

1990

Durch die Sturmschäden entfielen in einigen Bundesländern die Erhebungen.

1991 *

23

29

28

31

1992

24

24

38

32

1993

22

20

32

45

1994 *

23

20

32

45

1995

21

15

37

35

1996

18

13

32

48

1997 *

18

12

29

46

(* Jahre mit einer bundesweiten Vollstichprobe: Stichproben Raster 4 x 4 km)

Tabelle 8: Deutliche Waldschäden nach Baumarten und Altersgruppen in Prozent

Baumart

Mehrjahresdurchschnitt 1984 - 1997

Jahresdurchschnitt 1997

unter 60 Jahre

über 60 Jahre

unter 60 Jahre

über 60 Jahre

Kiefer

11,9

22,9

7

16

Fichte

8,1

36,8

6

34

Buche

10,5

32,6

8

38

Eiche

16,4

37,2

25

55

Tabelle 9: Verhältnis von jungen und alten, deutlich geschädigten Bäumen

Baumart

Erhöhte Schadwerte bei älteren Bäume (im Vergleich zu jüngeren Bäumen) im Mehrjahresdurchschnitt 1984 - 1997

Erhöhte Schadwerte bei älteren Bäume (im Vergleich zu jüngeren Bäumen) im Jahresdurchschnitt 1997

Kiefer

1, 94 x

2,29 x

Fichte

4,56 x

5, 67 x

Buche

3,09 x

4,75 x

Eiche

2,27 x

2,20 x

Tabelle 10: Entwicklung der Waldschäden und der Vergilbung der Eiche in den Jahren von 1986 bis 1997

.

Anteil deutlich geschädigter Bäume

Anteil der Waldfläche mit Vergilbung

unter 60jährige

über 60jährige

unter 60jährige

über 60jährige

1986 *

8

25

3

7

1987

11

26

5

5

1988

11

30

3

6

1989

10

32

2

6

1991 *

19

37

3

7

1992

22

37

4

9

1993

24

54

7

8

1994 *

25

53

7

6

1995

17

43

2

4

1996

29

60

4

6

1997 *

25

55

1

3

C) Waldschäden in den Bundesländern

Die Waldschäden unterscheiden sich in den einzelnen Bundesländern erheblich. Die geringsten Schäden wurden in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Nieder-sachsen beobachtet. Die stärksten Schäden sind dagegen in Thüringen und Hessen festzustellen. In Rheinland-Pfalz sind nur noch 13 % aller Eichen ohne Schäden. In NRW ist der Anteil der stark geschädigten Eichen seit 1995 von 20 auf 47 % angestiegen. In Hessen ist der Anteil gesunder, über 60jähriger Eichen von 53 % (1984) auf 3 % zurückgegangen.

Tabelle 11: Entwicklung der Waldschäden nach Baumarten in den einzelnen Bundesländern

Baumart

mehrjähriger Trend

Anteil an der Waldfläche

Länder mit hohem Schadniveau

Länder mit Verbesserung

Fichte

leichte Verbesserung

33 %
(davon 18 % geschädigt)

Thüringen (34%)

Sachsen (25 %)

Hessen (23 %)

Süddeutschland

Kiefer

Verbesserung

28 %
(davon 12 % geschädigt)

Thüringen (38 %)

Hessen (32 %)

Ostdeutschland

Buche

Verbesserung

14 %
(davon 29 % geschädigt)

Thüringen (41 %)

Hessen (40 %)

Schleswig-Holstein (40 %)

Süddeutschland

Eiche

deutliche
Verschlechterung

9 %
(davon 46 % geschädigt)

alle Bundesländer

(46 %)

Schleswig-Holstein

Brandenburg

Saarland

Tanne

wesentliche

Verbesserung

2 %
(davon 32 % geschädigt)

Vorkommen beschränkt sich auf süddeutsche Länder.

Tabelle 12: Charakterisierung der Wälder der einzelnen Bundesländer und Anteil der deutlichen Schäden

Länder

Bewaldung in Prozent

Anteil an der deutschen Waldfläche

Laubholz-Anteil im Bundesland

Deutliche Schäden in Prozent

Bremen

unter 1

unter 0,01

-

8

Hamburg

4,5

0,03

8

16

Niedersachsen

22,6

9

29

15

Schleswig-Holstein

9,9

1

44

20

Nordrhein-Westfalen

25,6

8

39

20

Brandenburg

35,0

10

15

10

Berlin

16,0

0,2

43

20

Mecklenburg-Vorpommern

21,2

4

38

10

Sachsen

26,4

5

20

19

Sachsen-Anhalt

22,9

5

32

14

Thüringen

31,2

5

30

38

Hessen

41,2

8

44

33

Rheinland-Pfalz

40,9

8

41

24

Saarland

35,1

1

58

19

Baden-Württemberg

37,7

13

34

19

Bayern

35,8

23

16

19

(Spalte 1: nach Angaben von Engelhardt 1993, Spalte 2: Daten zur Umwelt 1991, Spalte 3: Angeben aus Engelhardt 1993, Spalte 4: Waldzustandsbericht 1997)

D) Die Eiche - am Ende der Belastbarkeit ?

Undenkbar ein Wald ohne Eichen ?>

In unseren Wäldern gibt es zwei heimische Eichenarten, die Stiel- und die Traubeneiche. Die Stieleiche hat den lateinischen Artnamen Quercus robur. „Robur“ heißt Kraft. Doch nun scheint ihre Kraft gebrochen. In fast allen Bundesländern nimmt die Anzahl der stark geschädigten Eichen zu. Vor allem die älteren Bäume verlieren ihre Lebenskraft. In Hessen sind nur noch 3% der über 60 Jahre alten Bäume gesund. Unsere schönsten Eichenexemplare in den Städten oder stadtnahen Bereichen werden durch Baumchirurgen saniert. Kosten von 25000 DM pro „1000“-jährige Eiche sind dabei keine Seltenheit. Doch für die alten Bäume in den deutschen Wäldern naht keine Rettung. Den Waldbesitzern stehen große Verluste ins Haus.

Die wertvollsten Bäume sind bei uns die Furniereichen. Eichen aus denen Furnier hergestellt wird, müssen älter als 200 Jahre sein und gerade diese Bäume sind von den Waldschäden sehr stark betroffen.

Die Eiche ist theoretisch der langlebigste Baum in unseren Wäldern. Doch die ständige Belastung durch die Emissionen können die Eichen auf Dauer nicht überleben. Bedingt durch ihr langes Wachstum, das ausgedehnten Wurzelsystem, den hohen Wasserverbrauch (Tabelle 13) ist die Eiche von der Versauerung des Bodens und den Mangel an besondere Nährstoffen besonders betroffen. Eine kurzfristige Verbesserung der Lage hängt stark von den Umweltbedingungen ab. Die natürlichen abiotischen und biotischen Faktoren wie milde Winter, ausreichend Niederschlag, das Ausfallen vom Insektenmassenbefall und von Pilzinfektionen kann den Zustand der Eichenbestände verbessern. Doch treten statt dessen harte Winter, sehr trockene Sommer, Kalamitäten vom Eichenwickler und anderen Insekten auf, werden die Wurzeln durch Pilze befallen, potenzieren sich die Schäden an der Eiche. Im schlimmsten Fall würden erst die älteren und dann zuletzt die jüngeren Eichen absterben. Anstelle der Eiche tritt dann, - wenn sie sich gegenüber den neuartigen Waldschäden als robuster erweist -die Rotbuche. Andererseits könnte man dann auch statt den heimischen Eichenarten nordamerikanische Bäume pflanzen, die gegen Abgase unempfindlicher sind. 200 Jahre später hätten dann unsere Urenkel wieder schöne, alte, allerdings amerikanische Eichen. Dies ist mit Sicherheit nicht die ökologisch richtige Lösung.

Würde die „deutsche“ Eiche verschwinden, so verschwinden auch viele hoch angepaßte Insekten. Die Gallenwespenarten, die auf der Eiche apfel-, knobbern oder linsenförmige Gallen (- in den Gallen sitzen die Larven des Insekts und ernähren sich vom wuchernden Pflanzengewebe -) erzeugen, sind sehr wirtsspezifisch und würden dann in Deutschland aussterben. Für die höhlenbrütenden Vögel würde, wenn die alten Eichen fehlen, ein Nistnotstand ausbrechen. Die Eicheln sind eine wichtige stärke- und eiweißhaltige Nahrungsquelle für viele Tiere des Waldes. Der Wald würde dunkler werden, wenn die Eichen fehlen. Bäume mit dichteren Kronen würden verstärkt auftreten und die Bodenvegetation wird artenärmer. Mit der „deutschen“ Eiche würden viele Tiere und Pflanzen aus unseren Wälder verschwinden. Die traurige Entwicklung, daß bedingt durch die neuartigen Waldschäden und nicht durch forstliche Maßnahmen, ein artenarmer Wald entsteht, setzt sich fort. Eine Monokultur schadstoffresistenter Bäume wäre der apokalytische Endzustand.

Doch noch ist die Eiche zu retten. Schnelle Maßnahmen müssen vor allem den Stickstoff- und Schadstoffeintrag in die Wälder stark reduzieren. Es ist fünf vor Zwölf um eine Eichensterben in Raten zu verhindern.

Tabelle 13: Verbrauch von Transpirationswasser in Gramm pro Gramm synthetisierter Kohlenhydrate (Trockensubstanz) nach Poster 1967 und Braun 1982

Baumart

Wasserverbrauch pro g Syntheseprodukte

Eiche

344

Birke

317

Kiefer

301

Fichte

231

Douglasie

173

Buche

169

E) Zustand des Waldbodens und Auswirkungen auf das Waldökosystem

Boden ist das mit Luft, Wasser und Lebewesen durchsetzte Umwandlungsprodukt mineralischer Substrate und organischer Substanzen. Im Wechselspiel zwischen Klima, Grundgestein und Vegetation bildeten sich im Laufe der Jahrhunderte bzw. Jahrtausende bestimmte Bodentypen aus. Die Bodentypen wiederum bestimmen die Zusammensetzung der Flora und damit auch der Fauna einer Region. Der Boden spielt im Ökosystem Wald eine Schlüsselrolle. Er puffert Einträge, filtert und speichert Wasser, ist der Lebensraum einer Vielzahl von Bodenorganismen und ist der Wurzelraum der Pflanzen. Das reich verzweigte Wurzelsystem verankert die Bäume im Substrat und versorgt die oberirdischen Teile mit Wasser und Nährstoffen. Während der Wachstumsphase müssen Bäume außer Wasser auch mineralische Nährelemente zugeführt werden. In größeren Mengen müssen die Elemente Stickstoff, Schwefel, Phosphor, Calcium und Magnesium (Makronähelemente) und im weitaus geringeren Maße Eisen, Mangan, Kupfer, Bor und Zink (Spurenelemente) von Bäumen aufgenommen werden. Wenn notwendige Nährelemente fehlen oder im Boden in zu geringen Konzentrationen vorliegen, zeigen die Bäume Mangelerscheinungen. Bei Eisenmangel wird zum Beispiel weniger Chlorophyll gebildet und die Blätter verfärben sich gelb (Chlorosen). Nur ein kleiner Teil der Nährelemente ist im Bodenwasser gelöst. Der weitaus größte Teil ist an die Bodenpartikel gebunden. Wichtig für die Nährstoffverfügbarkeit ist der pH-Wert des Bodens.

Der belebte Oberboden ist ein Hohlraumsystem. Mehr als 50 Volumenprozent werden von wasser- und luftgefüllten Poren eingenommen. In nur 25 Gramm Waldboden befinden sich vier Milliarden Mikroorganismen (vor allem Bakterien und Schleimpilze). Rund 13 Prozent aller mitteleuropäischen Tierarten leben im Waldboden. Die Destruenten zersetzen die Bestandesstreu und sorgen dafür, daß die in den Blättern und Nadeln gebundenen Mineralien wieder freigesetzt werden.

Schadstoffeinträge aus der Luft gefährenden den Waldboden. Wälder müssen viel höhere Schadstoffmengen ertragen als zum Beispiel Wiesen und Felder. Denn die zahllosen Blätter und Nadeln kämmen förmlich die Gase und Staubpartikel aus der Luft. Die große Oberfläche der Bäume führt dazu, daß in den Waldboden viermal soviel Schwefel und dreimal soviel Stickstoff wie auf Wiesen gelangen. Dort wo das Regenwasser am Stamm herabläuft, ist der Boden-pH besonders niedrig.

Zwar nimmt die direkte Schädigung durch Schwefelimmissionen ab, doch die Akkumulation der Schadstoffe im Waldboden stellt eine große Bedrohung für die Waldgesundheit dar. Die Wirkung der über Jahrzehnte in den Boden eingetragenen Substanzen wird selbst, wenn alle Immissionen sofort wegfallen würden, noch sehr lange seine Wirkung zeigen.

Der Waldbodenbericht des BMELF zeigte im letzten Jahr, daß eine großflächige, weitgehend substratunabhängige Versauerung und Basenverarmung der Waldböden aufgetreten ist. Nahezu 80 % der untersuchten Waldböden weisen bis in eine Tiefe von 30 cm eine deutliche Versauerung mit einem pH-Wert unterhalb von 4,2 auf (zum Teil saurer wie Zitronensaft). Noch nicht merklich betroffen sind Böden mit oberflächlich anstehenden Carbonaten (Kalkstein und Mergel). Diese besitzen eine große Pufferkapazität. Die geringe Streuweite der bodenchemischen Parameter weist auf eine Tendenz der Nivellierung des chemischen Oberbodenzustandes auf niedrigen Niveau hin. Die Säuren waschen mehr basische Mineralstoffe aus, als durch die Verwitterung des Gesteins und die Zersetzung der Spreu nachgeliefert werden kann. Wichtige Pfanzennährstoffe gehen verloren und die Biochemie verändert sich.

Die im Humus akkumulierten Schwermetalle Kupfer und Blei erreichen hohe Werte. Über ein Viertel der bei der Bodenzustandserhebung im Wald von 1987 bis 1993 bundesweit beprobten Standorte wiesen für Bodenorganismen toxische Werte auf. Der Stickstoffeintrag lag durchschnittlich bei 15 bis 30 kg/ha/a und ist damit mindestens doppelt so hoch wie die von den Bäumen benötigte Menge (8 bis 10 kg/ha/a). In einem Fichtenforst des Sollings regnen auf einem Hektar pro Jahr je etwa 30 Kilogramm Schwefel und Stickstoff herab. Für die untersuchten Nadelbäume deutet sich ein Magnesiummangel an. Die Bodenversauerung führt zu einer instabilen Magnesiumversorgung, welche sich in sichtbaren Schadsymptomen äußert. Die Baumwurzeln insbesondere die sogenannten Feinwurzeln mit einem Durchmesser von weniger als zwei Millimetern spielen im Stoffhaushalt des Waldes eine große Rolle. Zum Teil kann der jährliche unterirdische den oberirdischen Zuwachs übertreffen. Wie aus dem Waldbodenbericht ersichtlich, besteht an 68 Prozent der beprobten Standorte das Risiko, daß durch die Säurebelastung Schäden an den Wurzelspitzen auftreten können. Das Längenwachstum der Feinwurzeln wäre dadurch gehemmt und der Nährstoff- und Wasserhaushalt des Baumes betroffen. In einem Experiment des Forschungszentrum Waldökosysteme wurde ein Fichtenbestand im Solling überdacht und mit unbelasteten Wasser beregnet (unbelastetes Regenwasser hat einen pH-Wert von 5,6). Nach zwei Jahren war das Feinwurzelvolumen um 30 Prozent erhöht. Nach vier Jahren konnte Dr. Achim Dohrenbusch nachweisen, daß die Fichtennadeln wieder deutlich mehr Magnesium (- wichtig für das Chlorophyll und damit für die Photosynthese -) enthielten.

Die Spitzen der Feinwurzeln der Bäume sind mit einem Geflecht aus Pilzhyphen umgeben. Diese Mykorrhiza steht mit den Bäumen in einer symbiotischen Beziehung. Sie liefern dem Baum Wasser und Nährstoffe und bekommen im Gegenzug vom Baum vor allem Kohlenhydrate. Dr. Christine Rapp und Ursula Sittig konnten in einem anderen Projekt des Forschungszentrum Waldökosysteme zeigen, daß in Wäldern mit unversauerten Böden die Artenanzahl dieser Pilze höher ist, als in belasteten Wäldern. Die Untersuchung läßt darauf schließen, daß die Mykorrhiza-Artzusammensetzung durch Umweltveränderung beeinflußt wird.

In versauerten Böden laufen die Zersetzungsprozesse von Blätter und Nadeln langsamer ab. In Projekten des Forschungszentrum Waldökosysteme wurde nachgewiesen, daß organische Substanzen um so spärlicher von Mikroorganismen besiedelt sind, je niedriger der pH-Wert des Bodens ist. Die „gestressten“ Mikroorganismen verbrauchen in sauren Böden wesentlich mehr Sauerstoff für ihre Stoffwechselabläufe.

In durch Regenwürmer bearbeiteten Böden kann mehr Stickstoff gespeichert werden. Professor Dr. Friedrich Beese vom Institut für Bodenkunde und Waldernährung der Universität Göttingen konnte feststellen, daß Regenwürmer in stark versauerten Waldböden nur noch in der Streuschicht zu finden sind. Sämtliche Arten, die in tieferen Bodenschichten leben, sind dort verschwunden.

Die Zersetzerkette der Bodenorganismen ist in belasteten Wäldern gestört und es kommt in der Bodenspreu zu einer Akkumulation von organischer Substanz. Dem Ökosystem Wald werden dadurch wesentliche Nährstoffmengen entzogen.

Unter unbehandeltem Grünland und Waldboden findet man rund 25 Milligramm Nitrat im Grundwasser. Doch nicht nur auf überdüngten Feldern (insbesondere im Frühjahr), sondern auch im Wald sickern bei einer großflächigen Störung des Waldgefüges beachtliche Mengen Nitrat in den Untergrund. Zu diesem Ergebnis kamen kürzlich Wissenschaftler des Forschungszentrum Waldökosysteme. Nach einem Sturm, einem Holzeinschlag aber vor allem durch starke Schadstoffbelastung kann im Sickerwasser ein Nitratgehalt von über 50 Milligramm pro Liter auftreten. (- Die höchstzulässige Nitrat-konzentration im Trinkwasser ist 50 Milligramm pro Liter. -) Durch Kompensationskalkungen kann die Freisetzung von Nitrat im Boden reduziert werden. Dr. Norbert Bartsch vom Institut für Waldbau der Universität Göttingen konnte feststellen, daß in den ersten vier Jahren nach einem Holzeinschlag in versauerten Böden durchschnittlich 90 Kilogramm Nitrat pro Hektar ins Grundwasser abwandert.

Die negativen Nitrit-Teilchen nehmen bei ihrer Wanderung postive Teilchen wir Kalzium oder Magnesium mit. Dadurch verringert sich die Pufferkapazität des Bodens und wichtige Nährstoffe verschwinden. Es wurde festgestellt, daß die Stickstoffspeicherkapazität in manchen Waldböden erschöpft ist. Teilweise wanderte ebensoviel Stickstoff in das Grundwasser, wie es aus der Atmosphäre auf den Boden herabregnete (20 Kilogramm pro Hektar und Jahr).

Die Bundesregierung weist 1997 im „Waldbericht der Bundesregierung“ daraufhin: „Auf einem erheblichen Anteil der Waldböden müssen die nachhaltige Nährelementeversorgung der Bäume, der Bestand der Organismen sowie die Grundwasserfunktion der Böden als gefährdet bezeichnet werden“.

Auszug aus der Pressemeldung zur Veröffentlichung des Waldbodenberichtes im Juni 1997: „Aus dem Waldbodenberichtes des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wird deutlich, daß durch die anhaltenden Säure- und Schadstoffeinträge für die Waldbestände und die Waldböden massive Schäden entstanden sind. Eine Gefährdung des Grundwassers kann auf vielen Standorten nicht mehr ausgeschlossen werden. Die alljährlich durchgeführten Waldschadenserhebungen, die lediglich den Belaubungs- und Benadelungszustand der Bäume erfassen, geben offenbar nur die halbe Wahrheit wider. „In den deutschen Waldböden tickt eine Zeitbombe“, so Bernd Krebs, der Bundesgeschäftsführer der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Wie der Waldbodenbericht ausführt, verursachen die Einträge von Säuren, Stickstoff und Schwermetallen eine Störung des Stoffgleichgewichtes im Boden, die zu Nährstoffengpässen, Wurzelschäden, Wasserstreß und zu einer höheren Gefährdung der Bäume gegen Stürme und Borkenkäfer führt. An den Veränderungen der Waldböden leidet inzwischen auch die Bodenvegetation. Besonders bedrohlich ist, daß auch die Qualität des Grundwassers auf vielen Standorten gefährdet ist. Die Forstwirtschaft versucht die voranschreitenden Schäden durch spezielle Bodenschutzkalkungen und Düngungen abzubremsen. Die eigentliche Ursache wird dadurch nicht beseitigt.“

Elementegehalt in der Belaubung

Die Untersuchung der Blätter und Nadeln der verschiedenen Baumarten zeigte den negativen Einfluß der Immissionen auf die Nährelementverhältnisse in diesen Pflanzenorganen. Während die Bodenanalysen lediglich Hinweise auf Nährstoffengpässe geben können, läßt sich anhand von Nadel- und Blattanalysen die tatsächliche Ernährungslage der Bäume beurteilen. Diese Untersuchung bestätigte, daß Stickstoff im Übermaß vorhanden ist, während andere Nährstoffe

wie Magnesium und Phosphor fehlen. Ein einseitiges Stickstoffüberangebot kann die Wurzelaufnahme anderer Nährelement verhindern und zu Nährstoffungleichgewichten führen. Die Schwefelgehalte im Laub von Buche, Kiefer und Fichte waren deutlich erhöht. Dies ist das Ergebnis der Beeinflußung durch Immissionen.

F) Forderungen der SDW

Entscheidende Weichenstellungen durch die Politik sind seit langem überfällig. Die Ursachen sind insbesondere bei den Emissionen des immer stärker zunehmenden Verkehrs, aber auch bei der Massentierhaltung und der Energiegewinnung zu suchen. Den Zukunftsprognosen mit 23 % Verkehrswachstum bei den PKWs und 92 % bei den LKWs für die nächsten zehn Jahre werden ebenso wie in den anderen genannten Bereichen von der Politik keine langfristigen Strategien entgegengesetzt. „Die notwendigen Trendwenden können nur durch Maßnahmenpakete erreicht werden,“ so Dr. Wolfgang von Geldern, Präsident der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, vor der Presse in Bonn.

So muß im Bereich Verkehr

  1. eine Erhöhung der Mineralölsteuer schrittweise um bis zu 25 Pfennig zweckgebunden für die längst überfällige Förderung des öffentlichen Personennahverkehrs eingeleitet werden;
  2. eine gesetzliche Regelung mit dem Zwang, spätestens ab der Jahrtausendwende nur noch Kraftfahrzeuge mit einem durchschnittlichen Flottenverbrauch von höchstens 5 1/100 km serienmäßig herzustellen, durchgesetzt,
  3. ein Ausbau des Güterverkehrsnetzes auf der Schiene vorangetrieben werden,
  4. der Verkehrsvermeidung ist u.a. durch Stadtentwicklungsmaßnahmen wie die Integration von Wohnen und Arbeiten sowie bei der umweltgerechten Gestaltung der Freizeit und der Lebensbedürfnisse, höchste Priorität einzuräumen.

Die Extensivierung der landwirtschaftlichen Produktion, eine höhere Energieeinsparung und - effizienz und die verstärkte Nutzung erneuerbare Energien (Wind, Wasser, Sonne, Biomasse) sind weitere Eckpunkte, die immer notwendiger werden. Auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten schafft umweltfreundliches Wirtschaften sowie die Förderung von Umwelttechniken zusätzliche Arbeitsplätze und sichert den Wirtschaftsstandort Deutschland.

G) Standpunkt der SDW zur Waldschadenserhebung

SDW fordert eine jährliche Waldschadenserhebungmit Boden- und Ökosystemuntersuchungen

Die Waldschadenserhebungen der Länder und des Bundes stehen wieder einmal unter heftigem Beschuß. Die Waldschadenserhebung - als erster Indikator für Veränderungen im Wald - muß aus Sicht der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald unbedingt erhalten bleiben.

Die SDW fordert

  1. einen jährlichen Waldzustandsbericht nach den Daten einer Vollerhebung;
  2. parallel dazu, regelmäßige Waldbodenerhebungen und Grundwasserüberprüfungen;
  3. eine Intensivierung der waldökosystemaren Forschung zur Erfassung neuer aussagekräftiger Erhebungsparameter.

”Die offensichtlichen Waldschäden, die über die Kronenverlichtung erfaßt werden, sind nur die Spitze des Eisberges. Sie geben also nur den kleinen, augenfälligen Teil der wahren Schäden im Ökosystem Wald wieder”, stellt der Präsident der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Staatssekretär a. D. Dr. Wolfgang von Geldern dagegen. Die SDW wehrt sich gegen diese Demontage der Waldschadenserhebung. Es kann nicht angehen, so von Geldern, daß ein auch für die Öffentlichkeit sichtbarer Indikator der Waldvitalität, so in Frage gestellt wird. Die Ermittlung der Kronenverlichtung und die herkömmliche Einteilung in Waldschadensstufen ist ein relativ einfach zu ermittelndes Erhebungsparameter und garantiert bei einheitlicher Schulung eine hohe, auch europaweite Standardisierbarbeit. Wird das jährliche Monitoring in einem möglichst kleinmaschigen Rasternetz (4 x 4 km Raster) durchgeführt und werden dann dazu parallel Untersuchungen des Bodens und des Ökosystems durchgeführt, ist die Kritik der mangelnden Wissenschaftlichkeit hinfällig. ”So wie die Anzahl toter Fischen einem Betrachter zeigt, mit diesem Fluß kann etwas nicht stimmen, so zeigt die unnatürliche Kronenverlichtung, daß das Ökosystem Wald stark gestört ist”.

Von der Länderseite wird dagegen aus Kostengründen gefordert, die Waldinventur nicht mehr im jährlichen Intervall durchzuführen, da die Ergebnisse der letzten Jahre keine wesentlichen Veränderungen zeigten. Dr. von Geldern ruft den Bund und die Länder auf, weiter ausreichend Geldmittel für die Waldschadensforschung zur Verfügung zu stellen. Die Waldschadensberichte der Bundesländer geben keinen Grund zur Entwarnung. Die Dauerbelastung des Ökosystems Wald führt ganz im Gegenteil zu einer Beeinträchtigung aller Waldfunktionen. So zeigten zum Beispiel ornithologische Langzeituntersuchungen, daß die anhaltende Versauerung der Böden nicht nur die Bäume, sondern auch die Vogelwelt der Wälder verändert. Der Frankfurter Zoologie-Professor Wolfgang Witschko spricht von ”erheblichen Alarmzeichen”. Die Nahrungsgrundlage verschiedener Vogelpopulationen ist eingeengt oder ganz weggebrochen. ”Im Vergleich zu den entstandenen Waldschäden sind die Kosten für die Waldforschung sehr gering, aber gerade die Forschung ist für die Rettung des Waldes unbedingt notwendig”, kommentierte Dr. von Geldern den Einsparplan mancher Bundesländer.

zurück zur Übersicht

Stand - E-mail: info@sdw.de
copyright home