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1) Einführung |
Die Waldzustandserhebung ist eine Stichprobeninventur, die flächenbezogene
Aussagen über den Waldzustand in Deutschland liefert. Als
wichtigster Vitalitätsweiser für den Zustand des Waldes wird
dabei die Verlichtung der Baumkronen erfaßt, die auch als
Nadel-/Blattverlust bezeichnet wird.
Der Grad der Verlichtung wird in folgende Schadstufen eingeteilt:
Einteilung der Schadstufen:
| Schadstufe 0: |
0-10 % Nadel- bzw. Blattverlust |
| Schadstufe 1: |
11-25 % Nadel- bzw. Blattverlust |
| Schadstufe 2-4: |
mehr als 25 % Nadel- bzw. Blattverlust |
Die Schadenserhebung fand im Sommer 1999 statt, wobei 13.466 Probebäume
auf 433 Probepunkten erfaßt wurden.
Das Stichprobenraster beträgt 16 x 16 km. Das sehr grobe
Raster läßt keine Aussagen auf regionaler Ebene zu.
Bei der Erhebung wurden insgesamt 38 Baumarten erfaßt, wobei
85 % der Baumarten zu den Hauptbaumarten Fichte, Kiefer, Buche und
Eiche gehörten.
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2) Der Waldzustand im
Bundesdurchschnitt |
Der Flächenanteil von Bäumen, die deutlichen Schäden
(Schadstufen 2-4) aufwiesen, lag in diesem Jahr bei 22 % der
Gesamtwaldfläche. Im Jahr 1998 lag der Anteil bei 21 %. Die Schäden
stagnieren also auf einem relativ hohem Niveau.
Keine Schäden (Schadstufe 0) wiesen Bäume auf 37 % der
Waldfläche auf. Im vorherigen Jahr lag der Anteil um einen
Prozentpunkt höher
Die deutlichen Schäden bei den vier Hauptbaumarten teilen sich
wie folgt auf:
| Fichte: |
25 % |
| Kiefer: |
13 % |
| Buche: |
32 % |
| Eiche: |
44 % |
Nachfolgende Übersicht liefert eine genauere Betrachtung der
Schäden bei den Hauptbaumarten und zeigt sie im Vergleich zum
Vorjahr:
| Deutliche Schäden: |
1999 |
1998 |
Änderung |
| Fichte insgesamt |
25 % |
26 % |
- 1 %-Punkt |
| Fichte über 60 Jahre |
37 % |
40 % |
- 3 %-Punkte |
| Fichte bis 60 Jahre |
5 % |
6 % |
- 1 %-Punkt |
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| Kiefer insgesamt |
13 % |
10 % |
+ 3 %-Punkte |
| Kiefer über 60 Jahre |
18 % |
16 % |
+ 2 %-Punkte |
| Kiefer bis 60 Jahre |
7 % |
4 % |
+ 3 %-Punkte |
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| Buche insgesamt |
32 % |
29 % |
+ 3 %-Punkte |
| Buche über 60 Jahre |
39 % |
36 % |
+ 3 %-Punkte |
| Buche bis 60 Jahre |
7 % |
5 % |
+ 2 %-Punkte |
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| Eiche insgesamt |
44 % |
37 % |
+ 7 %-Punkte |
| Eiche über 60 Jahre |
53 % |
47 % |
+ 6 %-Punkkte |
| Eiche bis 60 Jahre |
19 % |
8 % |
+ 11 %-Punkte |
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| Sonst. Nadelbäume |
24 % |
25 % |
- 1 %-Punkt |
| Sonst. Laubbäume |
11 % |
13 % |
- 2 %_Punkte |
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| Ohne Schäden: |
1999 |
1998 |
Änderung |
| Fichte |
36 % |
36 % |
0 |
| Kiefer |
42 % |
45 % |
- 3 %-Punkte |
| Buche |
21 % |
24 % |
- 3 %-Punkte |
| Eiche |
20 % |
20 % |
0 |
| Sonst. Nadelb. |
43 % |
40 % |
+ 3 %-Punkte |
| Sonst. Laubb. |
52 % |
54 % |
- 2 %-Punkte |
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3) Waldschäden in den Bundesländern |
Baden-Württemberg
- Waldflächenanteil mit deutlich geschädigten Bäumen
beträgt 25 % ± 4 % => gegenüber den Vorjahren
keine signifikante Veränderung des Benadelungs-/
Belaubungszustands
- Der Kronenzustand bei Laubbäumen hat sich regional
verschlechtert
- Einfluß durch starke Fruktifikation der Buche
Bayern
- In den letzten vier Jahren hat sich der Kronenzustand erkennbar
stabilisiert
- Tanne und Eiche am stärksten geschädigte Baumarten,
jedoch leicht verbesserte Ergebnisse
- Bayerischer Alpenraum ist nach wie vor Hauptschadensgebiet in
Bayern
- Bergwald weist insgesamt nochmals leicht gestiegene Schadenshöhe-
und entwicklung auf
Berlin
- 17 % der Waldfläche weisen deutliche Schäden auf
- Witterungsverlauf für Vegetation war ungünstig, da
Winterperiode zu mild war
- Insgesamt liegen die sichtbaren Schäden weiterhin auf einem
zu hohen Niveau
- Eiche verzeichnet aufgrund der Witterung eine erhebliche Zunahme
der deutlichen Schäden mit 40 % (Vorjahr 25 %)
Brandenburg
- Kronenzustand der Wälder hat sich kontinuierlich verbessert
- 7 % der Fläche zeigt deutlich verlichtete Kronen an
- Eiche bildet die Ausnahme des positiven Trends
Hamburg
- Rückgang der deutlichen Schäden um 2,8 %
- Bei der Eiche ist das Schadniveau im Vergleich zum Vorjahr
deutlich ungünstiger
Hessen
- Durchschnittlicher Blatt-/Nadelverlust aller Baumarten liegt bei
23 % (Vorjahr 25 %)
- Besonders prekär ist nach wie vor der Vitalitätszustand
der Eiche in der Rhein-Main-Ebene
Mecklenburg-Vorpommern
- Anteil der deutlich geschädigten Bäume seit sechs
Jahren auf relativ niedrigem Niveau
- Anteil deutlicher Schäden bei 10,7 %
- Schadprozent der Fichte blieb auf relativ niedrigem Niveau
- Kiefer und "sonstige Nadelbäume" leichte
Verschlechterung
- Eiche und Buche haben sich deutlich verschlechtert
Niedersachsen
- Gesamtergebnis zeigt keine Veränderung zum Vorjahr
- Anteil deutlicher Schäden bei 13 %
- Bei der Altersgruppe über 60 Jahre gab es im Vergleich zum
Vorjahr folgende Entwicklungen:
- Buche: Deutliche Schäden von 39 % auf 31 % zurückgegangen
- Kiefer: Deutliche Schäden von 10 % auf 14 % angestiegen
- Eiche: Deutliche Schäden von 46 % auf 51 % angestiegen
- 39 % der Fichten sind deutlich geschädigt
Nordrhein-Westfalen
- Klare Verschlechterung des Waldzustandes
- Anstieg der deutlichen Schäden um 3 %-Punkte auf 24 %
- Negative Trend der letzten Jahre setzt sich fort
- 33 % der Laubbäume sind deutlich geschädigt, 16 % der
Nadelbäume
- Über 60jährige Fichten konnten sich verbessern, bei jüngeren
Fichten hat sich nur wenig geändert
- Schadenszunahme bei jüngerer und älterer Kiefer, jedoch
witterungsbedingt
- Bei der Buche hat es keine wesentlichen Veränderungen
gegeben
- Bei der Eiche sind die deutlichen Schäden sprunghaft auf 51
% angestiegen
Rheinland-Pfalz
- Zustand des Waldes hat sich nicht verbessert
- 25 % der Stichprobenbäume weisen deutliche Kronenschäden
auf
- Bei der Fichte gibt es eine langsame aber kontinuierliche
Kronenverschlechterung
- Bei der Kiefer ist der Anteil deutlich geschädigter Bäume
mit 9 % nur gering
- Bei der Buche hat sich der Kronenzustand deutlich verschlechtert,
teilweise durch Hagelschäden erklärbar
- Schadniveau der Eiche ist leicht zurückgegangen, jedoch mit
50 % deutlich geschädigter Bäume extrem hoch
Saarland
- Deutliche Schäden mit 14 % auf dem geringsten Stand seit
1987
- Buche ist mit einem Anteil von 29 % die am stärksten geschädigte
Baumart, gefolgt von Eiche (13 %), Fichte (7 %) und Kiefer (6 %)
- Der Kronenzustand hat sich bei allen Hauptbaumarten verbessert
Sachsen
- Anteil deutlicher Schäden liegt bei 22 %
- Schadniveau der Nadelbaumarten hat sich nur wenig geändert,
Laubbaumarten zeigen steigende Tendenz
- Deutliche Schäden der Fichte liegen bei 27 % und haben im
Vergleich zum Vorjahr leicht zugenommen
- Bei Kiefer sind die Schäden so niedrig wie in den
vergangenen Jahren
- Schadniveau der Eiche ist mit 68 % extrem hoch und hat gegenüber
´98 um 14 %-Punkte zugenommen
- Schäden der Buche sind leicht angestiegen
- Im Erzgebirge sind die Schäden deutlich höher als im
Landesdurchschnitt
Sachsen-Anhalt
- Kaum Änderung im Vergleich zum Vorjahr
- Deutliche Schäden bei Kiefer bei 4 %
- Als einzige Hauptbaumart wies die Buche eine Verbesserung des
Kronenzustandes auf
- Fichte und insbesondere Eiche zeigten eine Zunahme der deutlichen
Schäden
Schleswig-Holstein
- Der negative Trend setzt sich fort
- 1999 das schlechtete Ergebnis der Zeitreihe
- Eiche hat, bei Berücksichtigung aller Schadstufen, 11 % mehr
Blattverluste als im Vorjahr
- Bei Kiefer haben die Schäden insgesamt um 13 % zugenommen
- Schäden der Buche haben um 5 % zugenommen
- Fichte zeigt keine Veränderung und stabilisiert sich auf
gleichbleibend schlechtem Niveau
Thüringen
- Bestes Ergebnis seit 1991
- Schadniveau ist dennoch vergleichsweise hoch
- Bei Fichte, sonstigen Nadelbäumen und sonstigen Laubbäumen
hat sich der Kronenzustand verbessert
- Bei Kiefer und Buche keine Veränderung
- Bei Eiche ein geringfügig schlechteres Ereignis
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