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Waldanteil in Deutschland

Deutschland ist eines der waldreichen Länder der Europäischen Union. Mit 11,4 Millionen Hektar ist knapp ein Drittel der Gesamtfläche mit Wald bedeckt. In den letzten zehn Jahren hat die Waldfläche um 50.000 ha, um 0,4 % zugenommen. (Quelle: BWI³). Im Durchschnitt kommen auf einen Hektar Wald sieben Einwohner. Die waldreichen Nachbarländer Schweiz kommen auf sechs, Österreich ca. zwei, Frankreich ca. vier, Schweden 0,3 und Finnland 0,2 Einwohner pro Hektar Wald.

Dank der alle zehn Jahre stattfindenden Bundeswaldinventuren, die vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft koordiniert werden, gibt es für den deutschen Wald verlässliche Zahlen. Über 90 Milliarden Bäume wachsen in Deutschlands Wäldern - zu viele, um jeden einzelnen erfassen zu können. Die Bundeswaldinventur erhebt daher eine repräsentative Stichprobe. Über 60 Inventurtrupps in den Jahren 2011 und 2012 haben dazu an rund 60.000 Messpunkten rund 150 Merkmale erfasst. Die Ergebnisse diesen als Informationsquelle und Entscheidungsgrundlage für Forst-,Klimaschutz-, Energie- und Naturschutzpolitik der Bundesregierung. Mit der Bundeswaldinventur 2004 wurde zum ersten Mal nach der Wiedervereinigung der Wald in ganz Deutschland einheitlich und in allen Besitzformen durch eine Stichprobe erhoben. In den alten Bundesländern wurde bereits 1987 eine Inventur durchgeführt und lässt deshalb nur für dieses Gebiet Rückschlüsse über die Entwicklungen im Ökosystem Wald zu.

Der Wald in Deutschland besteht zu 99 % aus Hochwald. Dieser entsteht durch Naturverjüngung, Saat und Pflanzung. Zum Hochwald gehört auch der Plenterwald, der fast ausschließlich in Bayern (zu 64,9 %) und in Baden-Württemberg (zu 31,6 %) vorhanden ist. Im Plenterwald sind die Bäume unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Größe kleinflächig und auf Dauer gemischt vorhanden. Diese Waldform führt zu einer stetigen Verjüngung und Ernte. Diese intensive Bewirtschaftungsform ist an Schatten ertragende Baumarten gebunden. Typische Baumarten sind Fichte, Tanne und Buche, wobei die Tanne mit 5 % überdurchschnittlich vertreten ist. Bundesweit nimmt der Plenterwald nur 0,3 % der Fläche ein.

Eine weitere Waldform ist der Niederwald mit 0,7 %. Bei dieser Nutzungsform werden Bäume in kurzen Abständen (ca. 15 bis 30 Jahren) genutzt. Die Verjüngung erfolgt hauptsächlich durch Stockausschlag und Wurzelbrut. Lichtbaumarten wie die Eiche und Laubbäume mit niedriger Lebensdauer, wie z.B. die Birke und Erle sind für diese Waldform typisch.

Fläche des Waldes in Deutschland:       
11,4 Millionen ha (BMI³)


Wald besteht zu:
57 % aus Nadelwald und
43 % aus Laubwald


Anteile der Baumarten:
Buche  16 %
Eiche  10 %
Laubbäume niedriger Lebensdauer
(Birke, Pappel, Erle)  10 %
Laubbäume hoher Lebensdauer
(Ahorn, Esche, Linde)  6 %
Fichte  26 %
Kiefer  23 %
Lärche  3 %
Tanne  2 %
Douglasie  2 %


Waldfläche in % nach Bundesländern: (BMI³)

Hessen  42%
Rheinland-Pfalz  42%
Saarland  40%
Baden-Württemberg  38%
Bayern  37%
Brandenburg, Berlin  37%
Thüringen  34%
Sachsen  29%
Nordrhein-Westfalen  27%
Niedersachsen,   25%
Sachsen-Anhalt  26%
Hamburg und Bremen  12%
Mecklenburg-Vorpommern  24%
Schleswig-Holstein  11%
Deutschland  32%


Die Tabelle zeigt die Verteilung über die Bundesrepublik: Regional schwankt der Bewaldungsanteil sehr stark, z. B. zwischen 1,5% im Landkreis Wesermarsch (Niedersachsen) und 64,5 % im Landkreis Siegen-Wittgenstein (NRW) vor Regen (Bayern) mit 64 %.