Vom 18. Jahrhundert bis heute folgte Raubbau auf Raubbau: erst an den lebenden Wäldern, dann an den fossilen. Neun Braunkohletagebaue sind in Deutschland noch aktiv, 2038 soll der letzte stillgelegt werden – doch die Folgen werden Generationen beschäftigen. Im Rheinischen Revier könnte es bis ins Jahr 2200 dauern, bis die Schäden behoben sind. Bertram Weisshaar, Fotograf, Landschaftsplaner und Gründer des Ateliers Latent in Leipzig, erschließt diese Themen auf seine unverwechselbare Art: durch das Gehen. Seine „Gedankengänge" suchen ungewöhnliche Blicke und überraschende Perspektiven auf vertraute Landschaften. Die Exkursion fragt, ob mit dem Kohleausstieg auch ein veränderter Umgang mit Natur und Ressourcen verbunden sein kann – und welche außergewöhnlichen Landschaften in dem verbleibenden Zeitfenster noch entstehen könnten.
Bertram Weisshaar arbeitet seit den Neunzigerjahren freiberuflich als Spaziergangsforscher. Ausgebildet als Fotograf und Landschaftsplaner, nahm er schon viele Menschen mit auf von ihm hierzu gestaltete Spaziergänge oder auch auf mehrtägige Wanderungen. Er gründete 2001 das Atelier Latent in Leipzig. Die Projekte und Arbeiten sind von der Spaziergangsforschung und der Fotografie inspiriert. Den Schwerpunkt bildet das GEHEN als eine dem Menschen ganz unmittelbare Form der Welterfahrung. Meist mündet diese „Philosophie“ in gestaltete, geführte Spaziergänge oder in individuell nutzbare Audio-Spaziergänge.