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Bäume in der Stadt

Stadtbäume

Stadtbäume haben kein leichtes Leben. Sie kämpfen mit den Schadstoffen aus der Luft, mit zu kleinen Pflanzflächen mit wenig Raum für Wurzeln, mit Salzeinsatz im Winter und mit Verletzungen durch Bauarbeiten oder Unfälle. Das macht sie auch anfälliger für Schädlinge wie Kastanienminiermotte, Asiat. Citrusbockkäfer und Pilz- und Bakterienerkrankungen.
Ein ausgewachsener Laubbaum verdunstet an einem heißen Sommertag bis zu 400 Liter Wasser und kühlt somit seine Umgebung ab. Außerdem sind sie effektive Schattenspender: Mit gerade einmal 15 Meter Kronendurchmesser schafft es ein einziger Laubbaum, eine Fläche von 160 m² mit seinem Schatten zu kühlen. Eine 100jährige Buche bindet eine Tonne Staub im Jahr.

In Zeiten des Klimawandels mit steigender Hitzebelastung in den Stadtzentren sind Stadtbäume und innerstädtische Grünflächen als natürliche Klimaanlagen überlebensnotwendig für die Bevölkerung. Die Bäume bieten nicht nur schöne Aussichten, sondern geben Lebensraum für viele Tiere. Gleichzeitig verschärft sich ihre Situation durch die erhöhten Temperaturen. Die SDW bittet deshalb die Stadtbevölkerung, gerade in Zeiten längerer Hitzeperioden, einige Eimer Wasser zu spendieren. Oft kommen die Stadtwerke mit der Wässerung nicht nach. Besonders wichtig ist das Gießen bei jüngeren Bäumen, die noch nicht viel Wurzelwerk ausbilden konnten. Je nach Größe des Baumes benötigt ein Stadtbaum täglich mindestens 9 bis 14 Liter Wasser.


Ein paar Fakten zu den Straßenbäumen:

Welche Baumart ist am häufigsten?
Die meisten Straßenbäume in Deutschland sind mit 24 Prozent die Linde, mit 15 Prozent die Ahorne, mit 9 Prozent die Eichen, mit 6 Prozent die Platane und mit 4 Prozent die Rosskastanie.

Stadtbäume altern schneller
Die Bäume in der Stadt haben Wärmestress, weil in der Stadt höhere Temperaturen von drei bis fünf Grad sind. Weil der Baum dadurch mehr verdunsten muss, aber durch die Bodenversiegelung nicht mehr Wasser bekommt, hat er Trockenstress .Dazu kommen extrem dichter Boden, kein Platz für ein großes Wurzelwerk, neue Schädlinge durch den Klimawandel. An den Straßen werden Bäume oft nur 60 Jahre alt, in Parkanlagen werden auch 200 Jahre erreicht.

Pflegeintensität
Die Pflegeintervalle der Bäume verlängern sich mit fortschreitendem Alter der Pflanzen. Jungbäume müssen alle drei bis fünf, ältere Exemplare nur etwa alle acht bis zehn Jahre sorgfältig geschnitten werden. Der Mittelwert für die Kosten der Pflege jedes Baumes beträgt dabei rund 50 Euro pro Jahr.

Neuanpflanzungen
Fachleute favorisieren für die Zukunft aufgrund der extremeren Klimabedingungen auch bisher nicht häufig gepflanzte Baumarten. Erste Untersuchungen zeigen, dass sie auch in der Lage sind, der einheimischen Insektenwelt ein Zuhause zu geben: Amberbaum, Baumhasel, Baummagnolie, Blumenesche, Buche, Edelkastanie, Eiche, Feldahorn, Ginkgo, Gleditschie, Hainbuche, Hopfenbuche, Japanische Zelkove, Judasbaum, Lederhülsenbaum, Linde, Schnurbaum, Tulpenbaum, Zierapfel oder Zierkirsche.

Bäume in Großstädten:
Berlin hat 433.000 Straßenbäume (2017 - 5.000 Bäume wegen Sturm verloren), davon 35 % Linden, 20 % Ahorne, 9 % Eiche und 6 % Platane. Hamburg hat fast 250.000 Stadtbäume. Die häufigste Gattung ist die Linde, dicht gefolgt von der Eiche. Gemeinsam machen beide Gattungen mit über 100.000 Bäumen 45 % des Straßenbaumbestands aus.

Straßenbäume pro 1.000 Einwohner (2014)

 Heilbronn hat mit 198 Bäumen pro tausend Eiwohner die höchste Baumdichte, gefolgt von Münster mit 173,  Hamburg mit 132, Bremen mit 124, Berlin mit 123 und Leipzig mit 111 Bäumen Abgeschlagen ist Köln mit nur 69 Bäumen pro tausend Einwohner.