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Gefahren und Schutz

Gefahren für unsere Böden

In Deutschland gehen täglich ca. 74 Hektar Boden durch Bebauung und Verkehrsflächen verloren. Neben dem Verlust der Fläche für den Anbau von Nutzpflanzen oder der Begründung von Wald, stört die Versiegelung den Wasserkreislauf. Das Niederschlagswasser fließt auf den versigelten Flächen in die Kanalisation ab und verringert damit die Grundwasserspende. Neben der Versiegelung kann Boden auch tatsächlich verlorengehen.

Bei der Bodenerosion wird Boden durch Wind oder Wasser als natürlicher Prozess abgetragen und verlagert. Erhöht sich die Bodenerosion über das natürliche Maß hinaus, beeinträchtigt sie den Bodenhaushalt und damit die vielfältigen Bodenfunktionen. Auf das chemische Bodengefüge wirkt der Mensch ebenfalls ein.

Historische Waldnutzungsformen haben dem Waldboden über Jahrhunderte Nährstoffe entzogen und die Böden versauert. Die neuzeitlichen Luftverschmutzungen senkten den pH-Wert weiter und führten zu unausgewogenen Nährelementverhältnissen. Verschiedene Maßnahmen führten zu einer leichten Verbesserung der Luftqualität und damit zu einer geringeren Belastung der Böden. Aktuelle Probleme liegen vor allem in dem erhöhten Stickstoffeintrag durch die Landwirtschaft. Die veränderten chemischen Bodenverhältnisse ziehen immer diverse Konsequenzen nach sich: In sauren Böden ist die Aktivität der Bodenorganismen in der Regel geringer, Mykorrhiza-Pilze reagieren auf erhöhte Stickstoffeinträge mit einem Rückgang der Pilzfäden, eine schlechte Nährstoffverfügbarkeit reduziert die Vitalität der Bäume – um nur einige Beispiele zu nennen.


Schutzmöglichkeiten

Es gibt einige Möglichkeiten um die vielfältigen Gefahren für unsere Böden abzuwehren.

Auf einigen Waldstandorten kann es beispielsweise notwendig sein, Substanzen zur Bodenverbesserung auszubringen. Bei der Düngung im Wald werden dem Boden gezielt mangelnde Nährstoffe hinzugefügt. Dadurch soll der Nährstoffkreislauf angekurbelt werden. Zusammen mit einer angepassten Nutzung sollen geschädigte Böden so wieder in einen Zustand versetzt werden, der eine ökologisch nachhaltige Holznutzung ohne weitere Düngung ermöglicht. Der Bodenversauerung kann außerdem durch Kalkung entgegengewirkt werden. Der pH-Wert wird erhöht, Bodenlebewesen werden aktiver und es kommt zu einer schnelleren Zersetzung der organischen Auflage, wodurch Nährstoffe mobilisiert werden. Pflanzenasche wirkt aufgrund der hohen Calcium- und Magnesiumanteile ähnlich wie die Kalkung. Die verschiedenen Methoden zur Bodenverbesserung werden kontrovers diskutiert. Unsachgemäßer und übermäßiger Gebrauch können schwerwiegende Folgen haben. Beispielsweise reagieren einige Pflanzen sehr empfindlich auf den direkten Kontakt mit den ausgebrachten Substanzen. Wurzeln und Bodenlebewesen sind außerdem sehr anfällig für eine schlagartige Veränderung des pH-Wertes. Zwingend zu beachten sind außerdem die natürlicherweise sauren oder mageren Standorte. Hier würden Maßnahmen zur „Bodenverbesserung“ die natürlich vorkommenden, seltenen Pflanzengesellschaften zerstören.

Bodenerosion kann durch einen dauerhaften Aufwuchs vermindert werden. Die Pflanzen senken die Windgeschwindigkeit an der Bodenoberfläche und festigen mit ihren Wurzeln den Boden. Eine Pflanzenbestockung kann so auch an steilen Hängen Erosion eindämmen. Durch die Durchwurzelung kann des Weiteren mehr Wasser vom Boden aufgenommen werden. So wird auch wasserbedingte Erosion vermindert.

Die aktuellen Probleme der erhöhten Stickstoffeinträge und der Flächenversiegelung sind vor allem politische Herausforderungen. Bürger und Bürgerinnen sind jedoch ebenso bei der Problemlösung gefragt. Die Intensivierung der Landwirtschaft hat auch etwas mit dem Konsumverhalten zu tun. Günstige Lebensmittel, täglicher Fleischkonsum, neue Gewerbegebiete, zusätzliche Autobahnen - all dies hat Auswirkungen auf unsere Böden.