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Weihnachtsbaum in Zahlen und Fakten


Daten zum Weihnachtsbaum 2020
(aktualisiert: 26.11.2020)

Zwischen 23 und 26 Millionen Weihnachtsbäume stehen jedes Jahr in deutschen Wohnzimmern. Private Haushalte mit mehr als drei Personen stellen zu 80 % einen Weihnachtsbaum zu Weihnachten auf.

Aktuelle Trends:

  • Die Experten erwarten  höhrere Preise.  NRW, dem Bundesland mit den meisten Weihnachtsbaumplantagen, bestätigt die Vermutung. Nordmanntannen kosten dann zwischen 20 und 25 Euro pro laufenden Meter. Die Kosten für die Blaufichte liegen bei 10 bis 16 Euro und die Fichte bei 6 bis 10 Euro.
     

  • Gründe sind die zusätzlichen Ausgaben für Corona-Auflagen wie Desinfektion, extra Personal und besonders große Verkaufsflächen.

  • Angesichts der Coronakrise rechnet man wegen der Rückbesinnung auf "echte" Werte mit einer größeren Nachfrage nach natürlichen Weihnachtsbäumen. Auch der breite Konsumverzicht bei Plastik unterstützt diesen Trend.

  • Traditionell fand der Weihnachtsbaumkauf in der Woche vor Heiligabend statt. Inzwischen wird der Baum gerne auch schon während der Adventszeit nicht nur draußen, sondern dank der langlebigen Nordmanntanne auch in der Wohnung aufgestellt.

  • Die Nachfrage nach kleineren Bäumen von 1,50 bis 1,75 Meter nimmt zu.
     

  • Der Trend nach Regionalität verstärkt sich: 30 Prozent der Bäume werden direkt bei landwirtschaftlichen Betrieben gekauft, weitere 30 Prozent im Straßenhandel und der Rest in Supermärkten sowie in Garten- und Baumärkten.

  • Der Online-Weihnachtsbaumverkauf wächst weiter. Nach einer Umfrage des Digitalverbandes BITCOM gaben 11 Prozent der Befragten an, ihren Baum im Internet  bestellen zu wollen. Das Angebot wird immer umfangreicher und komfortabler. Eine Lieferung ins Haus - sogar geschmückt - ist inzwischen möglich.

  • Zehn bis zwölf Prozent der Weihnachtsbäume werden im Topf gekauft


Wie sieht der Öko-Weihnachtsbaum aus?

Nach Ansicht der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) kommt der „Weihnachtsbaum mit dem reinsten Gewissen“ entweder direkt aus dem Wald (Nachfrage beim Förster) oder von Plantagen aus der Region und ist mit Zertifikaten wie FSC, PEFC, Naturland oder Bioland ausgezeichnet, die umweltfreundlicheren Anbau garantieren. Zu oft wird auf Weihnachstbaumplantagen noch mit Dünge-, Unkrautvernichtungs- und Schädlingsbekämpfungsmitteln gearbeitet. Die Zahl der zertifizierten Plantagen nimmt zu. Eine natürliche Unkrautbekämpfung erfolgt mit Wildkrautbürsten oder Mulcher mit Feinaustastung oder durch Schafe.

Haben die trockenen Sommer den Weihnachtsbäumen geschadet?
Die Ausfälle durch die Trockenheit betreffen vor allem die dies- und letztjährigen Neuanpflanzungen (viele abgestorben, braune und zu kurze Triebe), die erst in acht Jahren verkauft werden. Die älteren Bäume entwickeln meterlange Pfhalwurzeln und versorgen sich aus tieferen Bodenschichten.

Die Schäden sind regional sehr verschieden. Verluste wurden bereits aus dem Osten NRWs, Niedersachsen und Schleswig-Holstein gemeldet. Im Hauptanbaugebiet, im Sauerland, sind je nach Exposition zur Sonne, auch Schäden vorhanden.
Die Trockenheit kann auch zu hellerem Grün bei den Bäumen führen. Außerdem haben die Bäume die älteren, inneren Nadeln abgeworfen, um ihre Verdunstung zu verringern (Nadelinnenschütte). Trotzdem kann der Markt ausreichend bedient werden.

Kommen jetzt normale Jahre mit ausreichend Niederschlägen, wird es erst in acht Jahren knapp. Bleibt es weiterhin zu trocken, werden die obengenannten Schäden eher zu minderen Qualitäten führen und Nachpflanzungen werden fast unmöglich. Eine Kompensation durch Importe aus Dänemark ist im Moment unwahrscheinlich. Dort tritt seit 2014 eine Baumkahlung (innere Nadeln) oder Gelbfärbung der Nadeln auf. Man führt diese auf Magnesiummangel zurück. Da auch entsprechende Düngung nicht den gewünschten Effekt brachte, gehen Wissenschaftler der Uni Kopenhagen davon aus, dass einige Bäume genetisch bedingt für das Schadbild anfälliger sind und auch ihre Fähigkeit Magnesium zu verwerten geringer ist.


Was sind die beliebtesten Bäume?
Die Nordmanntanne ist mit 75 Prozent der mit Abstand beliebteste Baum. Dann folgen die Blaufichte mit 15 Prozent, sonstige Fichten mit 7 Prozent und die Edeltanne/Nobilistanne mit 3 Prozent. In den 70er Jahren war die Blaufichte europaweit besonders beliebt. Seit 1980 ist die Nordmanntanne der Favorit.


Woher kommt der Weihnachtsbaum?
90 % der Weihnachtsbäume stammen aus Deutschland. 5 % der im letzten Jahr verkauften Bäume wurden im Rahmen der Waldbewirtschaftung direkt aus dem Wald entnommen. Die meisten Bäume aus der Waldpflege sind Fichten, Weißtannen und Kiefern.

Dänemark ist das wichtigste Importland für Weihnachtsbäume. Der Importanteil liegt bei ca. 10 Prozent. Besonders die großen Bäume mit 4 - 4,5 Meter Höhe kommen aus Dänemark. Vor zehn Jahren kam noch ein Viertel der verkauften Weihnachtsbäume aus dem Ausland (BVWE). Deutschland exportiert insgesamt etwa eine Million Weihnachtsbäume, vor allem in die Schweiz, Frankreich, Österreich und Polen. (Quelle: Prof. Schulte)

In welchem Alter werden Weihnachtsbäume geerntet?
Geerntet werden die Bäume im Alter von acht bis zwölf Jahren.

Ökologische Bilanz
Ein Hektar Weihnachtsbaumkultur bindet in zehn Jahren 145 Tonnen Kohlendioxid, 300 Tonnen Staubpartikel und sorgt für 100 Tonnen Sauerstoff (BVWE).
Ein Plastikbaum hat wegen des Energieeinsatzes bei der Produktion, des Transportes und der Entsorgung eine wesentlich schlechtere Ökobilanz und endet irgendwann als Plastikmüll.  Vier von fünf Plastiktannen werden aus Fernost importiert.
Dem WDR-Wissensmagazin Quarks zufolge entstehen laut Studien durch einen natürlichen Baum etwa 3,1 Kilogramm Kohlendioxid, während bei einer Plastiktanne 48,3 Kilogramm CO2 zusammenkommen.

Anbauflächen in Deutschland und Europa
Die Angaben für die Anbaufläche für Deutschland schwanken zwischen 30.000 und 50.000 Hektar.

Nordrhein-Westfalen hat mit 18.000 Hektar bundesweit die größte Anbaufläche von Weihnachtsbäumen. Die Hochburg des deutschen Weihnachtsbaumanbaus ist das Sauerland  mit 12.500 ha. Aus dem Sauerland kommen ein Drittel aller Weihnachtsbäume. Zusammen mit Schleswig-Holstein und Niedersachsen werden hier etwa zwei Drittel der deutschen Bäume produziert.

Kleinere Anbaugebiete gibt es in Bayern und Rheinland-Pfalz.  (Quelle: Schulte Uni Göttingen,  Wald und Holz NRW). Aktuell: NRW hat die ungeregelte Ausbreitung von Weihnachtsbaum-Plantagen in Wäldern gestoppt. Künftig sind neue Kulturen mit mehr als zwei Hektar Fläche genehmigungspflichtig.

Europaweit gibt es 120.000 ha Anbaufläche für Weihnachtsbäume. Die größten Anbauflächen hat Deutschland mit 25 Prozent, Dänemark mit 20 Prozent, Polen mit 11 Prozent, Großbritannien mit 10 Prozent und Frankreich mit 8 Prozent. (Nordmanntanne-Informationszentrum)


Wie viele leben davon?
Etwa 2.000 - 4.000 Produzenten sind haupt- oder nebenerwerbsmäßig mit dem Anbau und der Kulturpflege von Weihnachtsbäumen beschäftigt. Die Weihnachtsbaumproduktion sichert rund 8.200 Dauer- und 7.500 Saisonarbeitsplätze. Rechnet man mit einem Durchschnittspreis von 20 Euro pro Baum, beträgt der jährliche Umsatz der Branche fast 700 Millionen Euro (Quelle: Nordmanntanne-Informationszentrum 2018).

Arbeitsaufwand:
Pro Baum investiert der Produzent ca. 12 Minuten Arbeitsaufwand. Der Arbeitsaufwand für einen Hektar beträgt jährlich 80 Stunden und besteht größtenteils aus Handarbeit. Auch Shropshire-Schafe helfen bei der Bekämpfung der Grasflora und reduzieren den Pestizideinsatz..

Woher kommt das Saatgut?
Das Saatgut für die Nordmanntanne wird vor allem aus Georgien importiert. Sie haben ein besonders schönes Wuchsbild und einen Spätaustrieb, der das Frostrisiko mindert. Zur Ernte werden die Zapfen von Bäumen oft in  einer Höhe von 60 Metern von Hand gepflückt. Nach der Aussaat stehen die Sämlinge zwei Jahre im Saatbeet in der Baumschule. Dann werden sie ins Vorschulbeet verpflanzt und dann nach weiteren zwei Jahren kommen sie ins endgültige Weihnachtsbaumquartier.

Wie werden die Weihnachtsbäume entsorgt?
Seit Jahren sammeln Kommunen die Weihnachtsbäume flächendeckend ein. In der Verwertung sind sie unterschiedlich. In Berlin liefern sie in Biomassekraftwerken Strom und Fernwärme. Allein die etwa 350 000 Bäume liefern 500 Berliner Haushalten ein Jahr lang Strom und Wärme. In Leipzig werden die Weihnachtsbäume kompostiert und später zu Humus, in München werden sie teilweise in Spannplatten verwendet.
Wer einen eigenen Garten hat, kann den Weihnachtsbaum selbst kompostieren oder zu Brennholz verarbeiten. Wie auch bei Gartenabfällen ist eine Entsorgung im Wald nicht erlaubt.
Die nicht verkauften Restbestände werden immer häufiger an Zoos abgegeben. Sie werden nicht nur von Elefanten und Co gerne gegessen, sondern dienen vorher auch zum Spielen.

Kurioses zum Schluss:

Weihnachtsbaumwerfen
Im pfälzischen Weidenthal findet seit 2007 die Weltmeisterschaft im Weihnachtsbaumwerfen statt.


Vier Steuersätze für den Weihnachtsbaum
Je nachdem, wer den Weihnachtsbaum verkauft, wird er vom Staat mit unterschiedlichen Steuersätzen belastet. Wird der Baum von einem Gewerbetreibenden wie Baumarkt oder Lebensmittelmarkt verkauft, liegt der Steuersatz bei 7 Prozent.
Beim Landwirt werden auch Unterschiede gemacht. Einerseits kann Landwirt dem Finanzamt erklären, dass seine Umsätze nach den allgemeinen Vorschriften besteuert werden soll. Dann gilt wie bei Gewerbetreibenden 7 Prozent. Macht der Landwirt keine Erklärung, gibt es noch zwei weitere Alternativen: Kommt der Baum aus einer Sonderkultur, gilt der Steuersatz von 10,7 Prozent. Hat er ihn im Wald geschlagen, muss an das Finanzamt nur 5,5 Prozent bezahlt werden. Am höchsten besteuert wird der Plastiktannenbaum  mit 19 Prozent.


Pflege des Weihnachtsbaumes

Ein Weihnachtsbaum ohne Ballen sollte nach dem Einschlagen bis zum Fest an einer schattigen Stelle draußen in einem Eimer mit Wasser und abgenommenen Netz aufgestellt werden. Bevor der Baum ins Zimmer kommt, sollte man ihn erneut ansägen und ihn in einen Ständer mit Wasser, einem Esslöffel Zucker oder Blumenfrisch stellen. Ein Standort möglichst weit weg von der Heizung und tägliches Gießen verlängern sein Leben.

Ein Weihnachtsbaum mit Ballen muss bereits im Freien regelmäßig gegossen werden. Er sollte erst kurz vor Weihnachten ins Zimmer gestellt werden. Seinen Platz sollte er möglichst weit weg von der Heizung finden und immer weiter gegossen werden. Nach zwei bis drei Tagen sollte der Baum wieder ins Freie kommen und dort, sobald es frostfrei ist, eingepflanzt werden.


Weihnachtsbaumlexikon

Die Nordmanntanne (Abies nordmanniana) ist gemessen am Marktanteil der beliebteste Weihnachtsbaum. Benannt ist sie nach dem finnischen Botaniker Alexander von Nordmann, der sie 1836 im Kaukasus entdeckte. Die Nordmanntanne wird nur für Weihnachtsbaumzwecke angebaut. Sie hat weiche, glänzend-tiefgrüne, nichtstechende Nadeln, wächst gleichmäßig und hält mehrere Wochen in geheizten Zimmern aus, ohne die Nadeln zu verlieren. Ihre Nadeln stechen nicht, sodass das Schmücken auch ohne Handschuhe möglich ist.  Erkennbar ist sie an der glänzenden dunkelgrünen Oberseite und vor allem an den zwei weißen Streifen auf der Unterseite.

Die Blaufichte (Picea pungens) - oft fälschlicherweise als „Edeltanne" bezeichnet - ist der Klassiker unter den Weihnachtsbäumen. Sie stammt aus Nordamerika und wird seit 1860 in Europa angebaut. Ihre Nadeln haben einen blauen Schimmer, dessen Intensität einerseits vom Typ, andererseits von der Witterung abhängig ist. Die Blaufichte hat eine mittlere Haltbarkeit und liegt preislich etwas über der Fichte. Aufgrund ihrer starken, gleichmäßig etagenförmig gewachsenen Äste ist sie besonders für schweren Baumschmuck und für echte Kerzen geeignet. Ihre Nadeln stechen stark, duften aber herrlich nach Wald.

Die Edeltanne (Abies procera), auch Nobilistanne (Abies nobilis) genannt, stammt aus dem westlichen Nordamerika und wurde erst 1930 nach Europa eingeführt. Sie liegt etwa auf dem gleichen Preisniveau wie die Nordmanntanne, ist aber noch haltbarer. Sie hat etagenförmig angeordnete Zweige und weiche, blaugrüne Nadeln, die äußerst intensiv nach Orangen duften. Den Geruch kann man noch verstärken, indem man die am Stamm befindlichen Harztaschen (kleine Beulen) mit einer Nadel aufpiekst.

Die Fichte (Picea abies), wegen ihrer kupferbraunen Rinde auch Rottanne genannt, ist in Deutschland mit einem Waldflächenanteil von über 28 Prozent die verbreitetste Baumart. Die im Rahmen der regulären Waldpflege entnommenen Bäume werden, wenn sie ansehnlich gewachsen sind, auch als Weihnachtsbäume verkauft. Die Fichte ist der preiswerteste Weihnachtsbaum, allerdings weist sie auch die geringste Haltbarkeit auf, denn sie nadelt in warmen Räumen schon nach wenigen Tagen.

Die Douglasie (Pseudotsuga menziesii) gehört weder zu den Tannen noch zu den Fichten, sondern sie bildet eine eigene Gattung. Sie war vor der Eiszeit auch in Europa heimisch, überlebte aber nur in Nordamerika. Der schottische Botaniker Douglas - daher der Name - führte sie im 18. Jahrhundert wieder nach Europa ein. Aus forstlicher Sicht ist sie bei uns heute die wichtigste „fremdländische" Baumart. Die Douglasie hat weiche, dünne Nadeln, die einen intensiven Zitrus-Duft verströmen. Wegen ihrer dünnen, biegsamen Zweige ist sie nur für leichten Baumschmuck geeignet. Ihre Haltbarkeit ist etwa mit der Blaufichte zu vergleichen; preislich ist sie etwas günstiger als diese.

Die Kiefer (Pinus sylvestris) hat schöne Nadeln und einen interessanten Wuchs. Dieser ungewöhnliche Weihnachtsbaum bleibt in der Wohnung lange frisch. Er duftet besonders schön nach Wald, ist aber schwierig zu schmücken.

Die Colorado-Tanne (Abies concolor) hat lange, silbergraue Nadeln, einen lebhaften Wuchs und einen schönen Duft.

Die Korea-Tanne (Abies koreana) kommt, wie ihr Name schon verrät, aus Korea. Bei uns wird sie ca. 12 Meter hoch. Sie eignet sich gut als Christbaum mit Ballen.


Geschichte des Weihnachtsbaumes

Die Entwicklung des Weihnachts-/Christbaumes hat keinen eindeutigen Anfang, sondern setzt sich aus Bräuchen verschiedener Kulturen zusammen. Lorbeer- und Tannenzweige wurden schon bei den Römern zum Jahreswechsel angebracht, um sich gegen Krankheit oder böse Geister zu schützen. Auch das Behängen der Bäume mit Äpfeln hat eine lange Tradition, die an den Sündenfall und die Befreiung des Menschen von der Erbsünde erinnern soll.

Die erste Erwähnung eines Christbaumes stammt aus dem Jahr 1419. Die Freiburger Bäckerschaft hatte einen Baum mit allerlei Naschwerk, Früchten und Nüssen behängt, den die Kinder nach Abschütteln an Neujahr plündern durften. Anderen Überlieferungen sagen, dass in Riga 1510 auf einem öffentlichen Platz der erste geschmückte Weihnachtsbaum aufgestellt wurde. Noch heut erinnert eine Gedenktafel in Riga an dieses Ereignis. Erst hundertzwanzig Jahre später, 1539, gibt es wieder einen urkundlichen Beleg, über einen Weihnachtsbaum im Straßburger Münster.

Einige Historiker sehen den Beginn der Weihnachtsbaumtradition Anfang des 17. Jahrhunderts, als die Weihnachtsbäume zum ersten Mal neben mit Süßem und Äpfeln auch mit Kerzen geschmückt wurden. 1611 soll die Herzogin Dorothea Sibylle von Schlesien den ersten Weihnachtsbaum mit Kerzen aufgestellt haben. 1775 führte Johann Wolfgang von Goethe den Weihnachtsbaum am Hofe zu Weimar ein. Tatsächlich taucht 1774 in Goethes Werk "Die Leiden des jungen Werthers" zum ersten Mal in der deutschen Literatur der Weihnachtsbaum auf. 

Da der Weihnachtsbaum lange Zeit als heidnischer Brauch von der katholischen Kirche abgelehnt wurde, wurde er erst im 19. Jahrhundert - ausgehend vom Adel- als Mittelpunkt des Weihnachtsfestes zum Volksbrauch. Der Vatikan konnte sich lange Zeit mit dem Weihnachtsbaum nicht anfreunden. Erst seit 1982 steht ein geschmückter Baum auf dem Petersplatz in Rom. Seitdem erkenne die katholische Kirche das Symbol offiziell an.

Um 1830 wurden die ersten Christbaumkugeln geblasen. 1878 wurde Lametta in Nürnberg entwickelt und brachte dem baum winterlichen Glanz. Die Auswanderer des 18. Jahrhunderts nahmen die Tradition mit nach Amerika, von wo aus sie sich über die ganze Welt verbreitete. 1891 wurde der erste Weihnachtbaum mit elektrischer Beleuchtung vor dem Weißem Haus des Prösidenten Benjamin Harrison in Amerika aufgestellt und seitdem ist der Brauch offiziell "amerikanisch".


Produktion eines Weihnachtsbaumes

Für einen Weihnachtsbaum in marktgerechten Qualitäten braucht man entsprechendes Saatgut. Für die Nordmanntannen wird es aus Georgien importiert. Das Saatgut aus Georgien zeichnet sich durch besonders schönes Wuchsbild und einen späten Austrieb aus, was das Frostrisiko vermindert.
Die Sämlinge sind dann zwei Jahre im sogenannten Saatbett in der Baumschule. Dann werden sie umgepflanzt. Nach weiteren zwei Jahren wird der mittlerweile vierjährige Baum in die endgültige Weihnachtsbaumkultur gepflanzt. Um die gewünschte Größe zu erreichen, dauert es nochmal acht bis zehn Jahre. Der Arbeitsaufwand für einen Hektar beträgt jährlich 80 Stunden und besteht zum Großteil aus Handarbeit. (BWS 2016)
Die Forschung, z.B. an der Uni Kopenhagen, sucht nach dem noch perfekteren Weihnachtsbaum - mit noch schönerem Wuchs, höherer Frosttoleranz, geringerem Nadelverlust und sogar nach dem schwerer entflammbaren Baum.