Ursachen für Hummelsterben geklärt

  • Aufruf zu hummelfreundlichen Gärten

 Seit Jahren kommt es im Sommer zu Massensterben von Hummeln. Da die Wissenschaft viele unter Linden gefunden hat, war zeitweise sogar der „giftige“ Nektar der Linden im Verdacht. Tatsächlich verhungern die Hummeln, da ihre Energiereserven aufgebraucht sind, da in der ausgeräumten Landschaft es an nektarreichen Blühern fehlt. Außerdem setzen, wie neue Studien zeigen, Pestizide wie Glyphosat den Hummeln zu.

Zur Blühzeit der Silberlinde im Spätsommer sind die anderen Nektarquellen so gering, dass die Hummeln bereits so geschwächt die Linden anfliegen, dass ihnen eine Nahrungsaufnahme nicht mehr möglich ist und es zu dem Massensterben kommt. Der Nahrungsmangel betrifft allerdings alle Blütenbesucher, also auch Bienen, Wildbienen oder Schwebfliegen. Sichtbar wird es deshalb an den Hummeln, da sie keine Vorräte anlegen können.

Ausgelöst wird dieses Sterben durch die Ausräumung der freien Landschaft, aber auch durch die immer sterileren Gärten und Grünanlagen. Die zahlreichen, neuangelegten Schotter-Vorgärten sind ein sichtbares Beispiel für diese Fehlentwicklung. Sie machen deutlich, dass die Bedeutung der Naturvielfalt für viele Menschen noch nicht präsent genug ist. Außerdem stören Pestizide die Fortpflanzung sowie deren Entwicklung zur erwachsenen Hummel.

Jeder sollte seinen möglichen Beitrag leisten. Deshalb ruft die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) alle Gartenbesitzer:innen und alle Kommunen auf, in ihren Gärten, Parkanlagen und Grünstreifen wieder mehr nektarreiche und spätblühende Wildpflanzen statt nektararme, farbenprächtige Hybride zu pflanzen. Jede Gärtnerei kann bei der Auswahl helfen. Als Sofortmaßnahme rät die SDW dazu, ein Stück des Rasens wachsen zu lassen.

Zum Anpflanzen gibt es vielseitige Auswahl: Dazu gehören bekannte Arten wie der Lavendel, das Efeu, das Heidekraut, sämtliche Kleearten oder ungefüllte Malvenarten. Unbekanntere Pflanzen wie das Büschelschön (siehe Foto), das zusätzlich mit geringen Ansprüchen punktet, oder der Natternkopf, den auch die Wildbienen lieben, geben den Gartenliebhaber:innen  viele Möglichkeiten, ihren Teil zur Artenvielfalt beizutragen.  

Foto: Büschelschön bietet eine hübsche Gründüngung auf den Nutzpflanzenbeeten, © Sabine Krömer-Butz

Die SDW wurde 1947 in Bad Honnef gegründet. Heute sind in den 15 Landesverbänden rund 25.000 aktive Waldfreunde organisiert. Die SDW setzt sich praktisch und politisch für den Wald ein. Baumpflanzungen, gehören von Beginn an zum Arbeitsspektrum und werden oft im Umfeld des von der SDW eingeführten Tag des Baumes durchgeführt. Ein weiterer Schwerpunkt ist das Begeistern von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen für den Wald. Besonders erfolgreich sind die Waldjugendspiele, Waldmobile, Waldschulen, Schulwälder und die waldpädagogischen Projekte SOKO Wald, die Klimakönner und „Nix wie raus in den Wald“. www.sdw.de

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