Asiatischer Laubholzbockkäfer

Das Auftreten des Asiatischen Laubholzbockkäfers löst Panik aus. Der kleine Käfer mit den langen Fühlern befällt nahezu jede Laubbaumart. Er wurde mit Verpackungsholz und Baumschulware aus dem asiatischen Raum zu uns eingeschleppt und tritt daher vor allem im urbanen Raum auf.

Der Asiatische Laubholzbock (Anoplophora glabripennis), kurz ALS, ist ein besonders gefährlicher Baumschädling, da er sogar für gesunde Individuen tödlich ist. Der Käfer wird in der Global Invasive Species Database zu den hundert schädlichsten invasiven Neobiota weltweit gezählt. Aus diesem Grund ist der Fund eines Exemplars meldepflichtig. Sobald der Befall an den kreisrunden, centgroßen Löchern im Stamm entdeckt wird, fällt und vernichtet man die befallenen und alle Bäume in einem Umkreis von 100 Metern. So versucht man das flugfaule Insekt in Schach zu halten.

Wie sieht er aus?

Er ist schwarz mit rund zwanzig über den Körper verteilten hellen Flecken. Der Körper ist ohne Fühler 2,5 bis vier Zentimeter lang. Die Fühler sind beim Männchen circa 2,5 mal, beim Weibchen circa 1,3 mal länger als der Körper.

Der Käfer ähnelt mehreren einheimischen, teils seltenen Bockkäferarten. Bevor der Käfer getötet wird, sollte man ihn von Fachstellen bestimmen lassen.

Wie kann man einen Befall erkennen?

Indizien für einen Befall sind das Auffinden lebender Käfer zwischen Mai und Oktober. Auch deuten runde Bohrlöcher mit einem Durchmesser von mehr als einem Zentimeter im Stammholz oder an stärkeren Ästen von Bäumen sowie kleinere, ovale Löcher im Bereich von Astgabeln und grobes Bohrmehl unterhalb der Löcher auf einen Befall hin. Zum Aufspüren der Käfer werden auch Spürhunde eingesetzt.

Wo wurde er bisher gefunden?

Seit 2005 gibt es Freilandbefälle unter anderem in Deutschland, Österreich, der Schweiz, in Frankreich, Italien und den Niederlanden, die alle amtlich bekämpft und überwacht werden.

In Deutschland sind 2005 in Bornheim bei Bonn erste Käfer entdeckt worden. Weitere Fundorte in Lörrach (2012) und 2015 in Grenzach-Wyhlen. Die Quarantänezonen konnten 2019 aufgehoben werden.

In der Gemeinde Feldkirchen bei München musste nach Feststellung eines Befalles 2013 ein Wäldchen mit 600 Bäumen vollkommen gerodet werden. Im September 2014 wurde ein Befall von Bäumen weiter südlich am Münchener Stadtrand in Neubiberg festgestellt. Auch hier wurden befallene Bäume sofort entfernt und eine Quarantänezone von 2,2 Kilometern eingerichtet, die Januar 2020 erfolgreich aufgehoben werden konnte. Weitere Käfer wurden im Nordosten Magdeburgs, im Kelheimer Hafen, in Hildrizhausen (Landkreis Böblingen), in Murnau am Staffelsee und 2019 in Miesbach gefunden.

Seit Juni 2015 gilt in der Europäischen Union der "Durchführungsbeschluss über Maßnahmen zum Schutz der Union gegen die Einschleppung und Ausbreitung von Anoplophora glabripennis“. Darin sind die erforderlichen Maßnahmen geregelt.

Wie erfolgt die Bekämpfung?

  • In einer Befallszone mit einem Radius von 100 Metern um die Pflanzen, an denen Befall festgestellt wurde, werden sämtliche Wirtspflanzen ab einer bestimmten Größe (Wurzelhalsdurchmesser) gefällt, untersucht und unschädlich beseitigt (gehäckselt und verbrannt).
  • In einer Pufferzone, deren Radius ein bis zwei Kilometer umfasst, müssen Maßnahmen an Wirtsarten (Fällungen, Baumschnitt) angemeldet werden. Das anfallende Holz wird untersucht. Innerhalb der Quarantänezone darf Holz der Wirtsarten nicht bzw. nur unter strengen Auflagen bewegt werden. Außerdem werden Lockstofffallen aufgestellt.

Dieser Bekämpfungsstrategie liegt zu Grunde, dass der Käfer sehr flugträge ist und sich aus eigener Kraft nicht weit von seinem Geburtsort entfernt. Bisher gibt es so wenige Befälle, dass die Ausrottung des Käfers in Europa und Deutschland noch aussichtsreich ist.

Steckbrief

  • Größe: 25 - 35 mm ohne Fühler
  • Lieblingsspeise: Pappeln und Weiden (China); Ahorn und Rosskastanie (USA); in Europa nahezu alle Laubbaumarten
  • Vorkommen: China, Taiwan, Korea, eingeschleppt in die USA und Europa
  • Ausflugzeit: April bis Oktober
  • Wissenswertes: Sein Fund ist meldepflichtig
  • Günstige Entwicklungsbedingungen: Warmes Klima
  • Vorbeugende Maßnahmen: frühzeitiges Erkennen des Befalls mittels Beobachtungen mit Fernglas, Baumklettern und Spürhunden; Quarantänezonen im Umkreis von zwei Kilometern um den Befall.
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