EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur (W-VO)
Das Projekt „Dialogformate zur W-VO“ ist seit Oktober 2025 mit finanzieller Unterstützung der European Climate Foundation ins Leben gerufen worden. Das Ziel ist es, den Dialog zum Thema W-VO und Wald in Deutschland zu fördern. Dazu fanden im Mai und Juni 2026 insgesamt drei Veranstaltungen mit Akteur:innen aus der Praxis (Staatswald, Kommunalwald und Privatwald) in einem Workshop-Format statt.
Die Formate sollten dazu beitragen, dass die Akteur:innen ihre Bedenken und Sorgen zur EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur (W-VO) äußern können und zusätzlich die Möglichkeiten der Verordnung sichtbar werden.
Unsere Ökosysteme erfüllen eine Vielzahl an überlebenswichtigen Aufgaben. Jedoch stehen sie durch den Klimawandel, Trockenheit, Schädlinge und weitere Ereignisse massiv unter Druck. Insbesondere das Ökosystem Wald ist in Deutschland stark beeinträchtig.
Unter „Wiederherstellung der Natur“ versteht die EU das Ziel, geschädigte oder zerstörte Ökosysteme so zu regenerieren, dass sie langfristig als Lebensgrundlage erhalten bleiben und zugleich das Wohl von Mensch und Natur fördern. Hierfür werden unterschiedliche Ansätze, Maßnahmen und Strategien genutzt, um den Zustand dieser Systeme zu verbessern und dauerhaft zu stabilisieren. Zu beachten ist, dass der Begriff „Wiederherstellung“ häufig missverstanden wird, denn Ziel der Verordnung ist die Steigerung der Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen und nicht, Landschaften in ihren historischen Zustand zurückzuversetzen. Mehr Informationen zur W-VO finden Sie beim Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und Nukleare Sicherheit.
Kritik kommt vor allem aus der Forstwirtschaft. Waldbesitzende befürchten steigende Bürokratie, fehlende
Praxistauglichkeit und wirtschaftliche Einbußen. Auch die Sorge, dass die dynamischen Veränderungen der
Lebensräume durch den Klimawandel nicht berücksichtigt werden, wird geäußert.
Mit zu den größten Sorgen zählt jedoch die bisher ungeklärte Finanzierung, da die Umsetzung der Maßnahmen
lediglich durch bereits bestehende Fördermitteltöpfe (wie z.B. ANK, GAK) gestemmt werden soll. Die Bund-/ Länderarbeitsgemeinschaft Naturschutz, Landschaftspflege und Erholung (LANA) schätzt die Gesamtkosten der W-VO in Deutschland auf bis zu 1,7 Milliarden Euro pro Jahr, davon 120 Millionen Euro pro Jahr allein im Wald.Weiterhin befürchten die Waldbesitzenden Einschränkungen in der Bewirtschaftung ihres Eigentums durch eine Ausweitung von Schutzgebieten. Eine dynamische Anpassung der Wälder an den Klimawandel könnte durch Auflagen erschwert werden. Außerdem besteht die Sorge, dass Maßnahmen angeordnet werden, sollten die Ziele der W-VO verfehlt werden.